Schwierig

(Sojabohnen)

Nicht, dass es vom Prinzip her schwierig ist. Wir sind durchaus (noch) in der Lage, die Zusammenhänge zu erkennen,
aber es besteht nicht das geringste Interesse der Industrie an ehrlicher und umfassender Aufklärung.
Deswegen existiert mein Blog auch. Ich habe genug von Täuschungen und Lügen, um Profit zu machen !

Ich erhebe meine Stimme, denn wir steuern nahezu ungebremst auf eine Katastrophe zu und wir MÜSSEN umdenken.
Alle müssen jetzt ein Ziel vor Augen haben und zwar, den Planeten zu retten !

Lange Rede, ohne Sinn ! 😉  Vor einigen Wochen besuchte mich ein befreundetes Ehepaar aus dem Allgäu, wo ich zehn Jahre lang wohnte.
Er war in meiner Technikerklasse, hat also die gleiche Ausbildung wie ich, und sie ist Chemieingenieurin.
Da ich, aus geschilderten Gründen (s. Blogs Achtsamkeit u.a.), meinen bis dahin „besonderen“ Kaffee
(s. Blog Kapsastrophe) durch Katreiner (Getreide-, Malzkaffee) und die Milch durch einen naturbelassenen Sojadrink ersetzt habe,
fragte ich, ob Sojadrink ok sei, oder ob sie ihn lieber schwarz tränken ?
(zu Sojadrink und Co. s. Blog All together now)

Er rümpfte ein wenig die Nase und meinte, Soja sei nicht gut und ich treibe die Abholzung der Regenwälder an.
Ich erklärte ihm, wie es sich tatsächlich verhält, brachte ihn damit ins Grübeln und vergaß es.

Doch letzten Sonntag kam mich eine langjährige Freundin besuchen und wurde beim Thema Sojadrink ähnlich verbalaggressiv,
wie ich bei Vegetariern, die ihre Umwelt terrorisieren, dazu später mehr.

Sie achtet schon von Haus aus, auf achtsamen Umgang mit der Umwelt, isst Bio und vermehrt pflanzlich, kauft sonst Bio- Fleisch oder isst Wild (der Vater ihrer Kinder ist Jäger), …

Jedenfalls meinte sie: „Die Sojakonsumenten kommen mir gerade recht, denn durch ihren Konsum
treiben sie die Vernichtung des Regenwaldes voran
“, und war etwas verblüfft als ich ihr kundtat,
dass ich total anderer Meinung bin, denn ich sei selbst „so einer“.

Mir wurde klar, dass selbst bei informierten Menschen einige Aufklärung nötig ist. Mein Klassenkamerad erlag einer Art „Style freeze“
und hörte auf, zu Hinterfragen. Meine Freundin redete sich manches schön und konnte in diesem Bereich nicht weiterkommen,
sondern beharrte auf einer Meinung, was ganz normal, aber schade ist. Denn so ergeht es den meisten Menschen.
Ich kann mir den „Luxus“ leisten, Fehler zu erkennen und gegebenfalls zu korrigieren,
um nicht einen weiteren zu begehen, wie Konfuzius es ausdrückte.

Es ist wahr und nicht zu leugnen, für Sojabohnenanbau wird Regenwald gerodet. Soweit die schlechte Nachricht.
Aber Soja wird zum Teil auch in Deutschland (Europa) angebaut und dies fließt in die Gesamtmenge der Sojabohnen mit ein.

Soja ist also eine Mischung aus Sojabohnen unterschiedlichster Herkunft und in Europa wird kein Wald dafür gerodet.
Doch bis zu 98 % der weltweiten Sojaproduktion, wird an Tiere verfüttert (s. Fragen und Antworten zu Soja).

Die Rodungen für Sojaanbau kommen noch auf die ohnehin schon geschehenden Rodungen für Weiden dazu.
Würden also viele ihren Fleischkonsum einschränken (gut statt billig), oder gar ganz auf Fleisch verzichten (so wie ich seit Jahren),
„müsste“ kein Regenwald gerodet werden.

Außerdem sind Rinder (Wiederkäuer allgemein), enorme Quellen von klimaschädlichen Gasen, die bei der Verdauung entstehen.
Die Gülle wird mit allen schädlichen Auswirkungen auf Feldern „entsorgt“ und verursacht große CO2 Emissionen.
Gäbe es deutlich weniger Rinder, gäbe es erstens mehr intakten Regenwald, der enorme Mengen an CO2 bindet
und zweitens weniger CO2 Quellen.

Also im Klartext, durch den Verzehr von Sojaprodukten wird kein Baum gefällt,
denn bis zu 98 % des weltweit geernteten Sojas, landet im Tierfutter.

Tierhaltung ist das Problem, nicht Tofu, Sojadrink und Co.

Es ist alles mehr als unübersichtlich, so sind z.B. regionale Äpfel nicht automatisch immer ökologisch.
Je nachdem, wie lange die Erntesaison schon vorbei ist, sind im späteren Jahr, Äpfel aus Südamerika ökologischer,
obwohl sie über den Ozean geschifft werden, denn regionale Äpfel werden lange in Kühlhäusern und unter Schutzatmosphäre gelagert,
so dass der enorme Energiebedarf die Ökobilanz schmälert und mit der Zeit (die ganz unterschiedlich sein kann),
eine schlechtere Ökobilanz aufweist, als Äpfel aus Südamerika.

Man ist auf der sicheren Seite, wenn man regional und saisonal einkauft und Lockangebote, wie Erdbeeren im September
oder exotische Früchte, meidet.

Asaisonal ist (a)sozial !

Die Aberglauben des schnellen Denkens, werden natürlich selten richtiggestellt,
weil es den Konsumenten eben mit einfachen Erklärungen „ruhigstellt“, denn man hat einen „Schuldigen“.
Hierbei wird wieder deutlich, wie wichtig die Tiefe des Geistes ist, denn was oberflächlich als Ausrede dient,
wird bei gründlicher Überlegung zum Problem !

Durch die Oberflächlichkeit unseres Denkens, werden wir am Erkennen gehindert und ändern erst etwas, wenn wir erkennen müssen
(Denkarten im Blog Trotzdem), aber dann ist es zu spät, uns zu ändern !

Eine kleiner Vergleich: Soja enthält etwa doppelt so viel Protein, wie Fleisch und ist viel zu schade,
als dass wir es an unsere Nutztiere verfüttern !

Ein anderes Paradebeispiel ist wieder mal das Palmöl (s. Blog Ungleich u.a.). Auch hier ist oberflächlich alles Bio,
aber gründlich „dahinter“ geschaut, entpuppt sich das als Greenwashing !
Es wird sprichwörtlich der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben.

Jetzt noch etwas zu, wie ich sie nenne, „Gemüsefaschisten“. Darunter verstehe ich die Angewohnheit mancher Vegetarier,
sich als etwas Besseres zu fühlen, weil sie ja schließlich „verstünden“.
Sie terrorisieren ihr Umfeld, das gefälligst auf ihre Philosophie Rücksicht nehmen muss
und verlangen bei jeder Gelegenheit Rücksicht auf ihre „Bedürfnisse“.

Dabei haben sie sich nicht wirklich Gedanken über die tatsächlichen Bedürfnisse gemacht
(s. Blog Unverzichtbarer Verzicht und Meme Verzichten).
Sie stellen ihr Verständnis von Tierwohl über die Menschlichkeit, essen Tofu in Hähnchenschlegelform
und jedes „Ersatzprodukt“ soll möglichst nach Fleisch schmecken.

Als Suchtgeprüfter, kann ich sagen, sie haben ihre Sucht nicht überwunden, wenn sie immer noch die Illusion eines Stücks Fleisch benötigen.
Das verstehe ich unter „Gemüsefaschisten“.

Ehrlicher und freier wäre ein Umgang damit, wie ich ihn praktiziere. Ein kleines Beispiel macht es deutlich.
Lange Zeit, durfte ich Sylvester bei oben genannter Freundin und ihrer Familie feiern.
Ich half so gut ich konnte beim Eindecken und feierte zufrieden mit.

Es war üblich, dass es Fleischfondue gab. Natürlich in guter Qualität und jedes Mal mit Wild bereichert. So weit, so gut.
Einst lud mich meine Freundin wieder ein und fragte, wieso ich eigentlich immer nur Beilagen äße, aber nichts sagte.
Ob ich denn kein Fleisch äße ?

Ich sagte ihr, dass ich schon etliche Jahre keine Tiere mehr esse und sie meinte: „Das musst Du mir doch sagen !

Ich fragte nur zurück: „Wieso ? Ich werde auch von Beilagen gut satt“. Es hat tatsächlich 5  Jahre gebraucht,
bis sie rausfand, dass ich kein Fleisch esse.

So konnten wir alle nach unserem Gusto leben. Doch ihre beiden Töchter sind sowieso weniger auf Fleisch fixiert
und schlugen ihr vor, doch mit Raclette zu feiern. So hat sich also im darauffolgenden Jahr, das Sylvestermenü,
nach Rücksprache mit der Familie, gewandelt und es gab nur noch das mitgebrachte Wild,
das auf der heißen Platte über den „Pfännchen“ zubereitet wurde.

So hat also mein Beispiel mehr zur Verhaltensänderung beigetragen, als alle Pikiertheit, weil sie jedes Jahr Kilos an Fleisch kaufte.
Sie konnten sich alle ehrlich dazu äußern und es war der Mehrzahl lieber, fleischlos zu feiern.

Es ist dem Menschen eigen, dass man eine innere Abwehr empfindet, wenn jemand „missioniert“,
denn es entsteht automatisch ein schlechtes Gewissen, das führt zu Ausreden, um es vor sich und anderen zu rechtfertigen.
Zu einer Verhaltensänderung führt ausschließlich die Bewusstwerdung, denn dann ändert man das Verhalten aus Überzeugung.

„Lehre die Menschen,
anders zu denken

und du wirst sie nicht
zwingen brauchen

anders zu handeln !
(Paul Debes)

Sicher, ich klage hier oft Missstände an, aber ich weiß, dass wir nur etwas ändern, wenn wir uns selbst ändern,
durch Informationen unsere Meinung bilden, diese verfolgen (Konsequenz kann Vergnügen bereiten)
und unseren Wissensstand vorleben, damit sich andere ein Beispiel nehmen können.

Wir müssen uns ändern ! Unsere Ernährung muss sich deutlich umstellen, es wird genug, aber anderes geben.
Das ist gesünder für unseren Planeten, unseren Geldbeutel und uns.
Die Zeiten der Völlerei sind vorbei und wenn wir überall genug haben,
fällt die geistlose Überversorgung weg und unsere Wertschätzung wandelt sich
(s. wieder Blog Unverzichtbarer Verzicht und Meme Verzichten).

Ich verlange von niemandem Askese oder ein Darben. Es ist so einfach, etwas zu tun (s. alternative Haushaltsmittel).
Man muss nur immer bereit sein, sich weiter zu informieren (und geistig zu bilden),
seine Meinung den neu gewonnenen Erkenntnissen anzupassen, um so der Wahrheit immer näher zu kommen.

Ich weiß zwar viel, lerne jedoch täglich Neues dazu, verwerfe alte Überzeugungen und passe so mein Denken und Handeln
meinem (Ge)Wissen an. Ich prüfe meine bisherigen Handlungen daraufhin, ob sie meinen neuen Erkenntnissen entsprechen
und passe sie stets an. So mache ich automatisch das derzeit Richtige. Zumindest das, was ich zu diesem Zeitpunkt dafür halte.

Viele Überzeugungen meiner Jugend und meines Lebens, habe ich revidiert und bin hoffentlich nirgendwo stehengeblieben.
Leben ist Wandel und nichts bleibt, wie es ist. Manches ist eine Zeit lang so oder so, man kann sich darauf „einschießen“
und kommt bald mühelos mit etwas „Unvorstellbarem“ klar.

Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem es nicht mehr so ist, nicht sein kann, und die ganze Situation ändert sich. Leben ist steter Wandel. Nicht von ungefähr heißt das I Ging (chinesisches Orakel) mit deutschem Titel, „Das Buch der Wandlungen“.

In diesem Titel, findet man die kollektive Weisheit des Ostens, in der griechischen Philosophie drückte es Heraklit in zwei Worten aus:

„Panta rhei“ (altgriechisch πάντα ῥεῖ)
(Alles fließt)

oder auch

Niemand kann zweimal in denselben Fluss steigen, denn alles fließt und nichts bleibt.

Womit er seine Lehre zusammenfasste. Übrigens eine weitere Form der grundlegenden Aussage,
dass wir und unser Leben stetem Wandel unterliegen !

Wen mag es wundern, dass diese Erkenntnis auch Teil der kollektiven Weisheit ist und in althergebrachte Geschichten einfloss.
Wir haben einen Schatz überlieferter Geschichten, die seit Generationen dazu dienten, durch ihre Bildsprache Kindern,
die dafür sehr empfänglich sind, Lebensweisheit  mit auf den Weg zu geben.

Unsere Psyche versteht die Bildsprache, die uns so „brutal“ erscheinen mag.
Aber sie sieht z.B. bei Hänsel und Gretel  nicht die „grausame Verbrennung eines Menschen“, wenn die Hexe in den Ofen gestoßen wird,
sondern einzig die Bestrafung eines unangebrachten (weil bösem) Verhalten.

Die Bildsprache überlieferter Geschichten ist voll von kollektiver Weisheit, deren Erfahrungen weiter zurückreichen,
als wir uns vorstellen können. So wissen sie, dass unsere Psyche archetypische Bilder automatisch versteht,
weswegen jede Charakterausprägung als Archetypus auftaucht (gut, böse, gold, schwarz, …).

Doch seit Jahrzehnten grenzen wir die kollektive Weisheit immer stärker aus und jetzt sind erste Folgen spürbar.
Es ist kaum etwas an Lebensweisheit übrig, wir haben  uns entfremdet,
die Gedanken sind durch die technische Beschränkung der Kommunikation wenig tiefgründig,
weil schlicht das Vokabular fehlt.

Das hat seine Wurzeln in der Entwicklung von (a)social media. Lange Zeit musste sich die Kommunikation auf 256 Zeichen beschränken.
Das Denken und der Wortschatz passten sich an.
Das war das erste Mal, dass sich der Mensch an Technik anpasst,
anstatt, wie es sein sollte, umgekehrt.

Wir mussten unsere Gedanken reduzieren und das führte zur geistigen Windstille vieler. Das Denken findet an der Oberfläche statt,
aber das ist nicht unser wirkliches Denken. Das kommt erst zum Tragen, wenn wir die Oberfläche verlassen
und uns in die Tiefe unserer Gedanken begeben (s. abermals Blog Trotzdem).

Die Einsilbigkeit führt in allen Bereichen dazu, dass man nur noch mit dem Nötigsten rechnen kann.
Eine Auszubildende zur Serviererin hat alles andere im Kopf, als freundlich zu bedienen,
Mechanikern muss man am besten die Lösung eines Problems bieten, damit es behoben wird,
Pflegekräfte sind derart überlastet und haben wenig Ahnung von grundlegenden Praktiken, die früher jede Mutter kannte,
im Fotofachgeschäft zeigt man seine Kamera, fragt nach einer Stromquelle dafür und bekommt ein Pack Mignon- Batterien angeboten,
anstatt des benötigten Akkublocks, …

Leider, und ich betone es immer wieder, sind Menschen mit diesem Bildungshintergrund Bauleiter, Fahrdienstleiter,
Busfahrer oder Konzernleiter. Da hilft es wenig, ihnen zu erklären, was offensichtlich oder menschlich ist.
Man trifft auf taube Ohren, weil sie sich ein anderes Erleben als ihres, gar nicht vorstellen können.

Das ist das Ergebnis der Beschränkung des Denkens und nicht mehr lustig. Wenn man genau hinschaut sind nicht einmal die Egoisten froh,
denn sie müssen immer mit Widerspruch rechnen.
Dann ist aber was los, denn sie haben sich und ihre Impulse nicht im Griff und sind hochgefährlich.

Natürlich sind die meisten nicht gewalttätig, aber zumindest verbalaggressiv und vielen geht der Gaul
der ohnmächtigen Frustration ihrer Kindheit durch (s. Blog Smart) und schießen über das Ziel hinaus.
Leider werden manche auch gewalttätig und verlieren dann jedes Maß.

Wen wundert es, dass laut Tagesschau (Tagesschau Kriminalstatistik) die Kriminalstatistik um 11,5 % gestiegen ist.
Insgesamt sind also 11,5 % mehr Straftaten angezeigt worden, als im Vorjahr. Darunter fallen alle Arten von Delikten,
doch Gewaltdelikte haben um 20 % zugenommen. Das zeigt einmal mehr, wie psychisch labil viele Menschen mittlerweile sind.

In zunehmendem Maße sind die Täter kaum zu Empathie fähig. Kalt und ohne innere Regung führen sie ihre Tat durch
und nehmen ebenso regungslos, die Urteile gegen sie entgegen, als wollten sie sagen:
Mir doch egal, ihr könnt nicht über mich richten !“.

Ich erschrecke mich regelmäßig darüber, wozu schon Minderjährige fähig sind.
Pornographische, frauenverachtende und Gewaltvideos werden geliked und geteilt, um Aufmerksamkeit zu erregen.
(a)social media machen ihrem, von mir gegebenen, Namen alle Ehre und warten mit Mobbing,
Mobbildung und absurdesten „Challenges“ auf, die nicht nur dem Jugendlichen schaden,
sondern die Allgemeinheit schädigen.

Ich sage es noch Mal: „Sie können nicht wissen, was sie tun ?“ Sie bekommen es weder  vorgelebt, noch haben sie irgendeine moralische Stütze, also greift die einzige moralische Instanz, die sie kennen. Das Ego und schwups, ist alles gut, was sie (momentan) gut fühlen lässt.

So, bevor ich zu viel sage, mache ich hier Schluss. Es wird deutlich, wo ich die Probleme sehe !

Is Odil

Heute ein „unpassender“ Spruch im Kalender, also wieder ein anderer, allgemeinerer !

„An je weniger Bedürfnisse
wir uns gewöhnt haben,

umso weniger Entbehrungen
drohen uns.
(Tolstoi)