Erkennen

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Dieses Symbol steht in romantischen Verbindungen für ewige Liebe. Es symbolisiert die Verbundenheit mit allem
(in Wikingerrunen Hagal [s. Blog Notwendig]) und die ewigen Kreisläufe.
In der Liebe ist es eine romantische Vorstellung, die eine Menge Arbeit am Selbst erfordert,
im Zusammenhang mit unserer Umwelt symbolisiert es die unabdingbare Verbundenheit mit allem.

In einer wirtschaftsorientierten Gesellschaft, wie sie sich entwickelt hat, vergessen wir diese Tatsache oft.
Denn die technische Entwicklung hält uns an der Oberfläche, damit wir keine Zeit für tiefere Gedanken finden (s. Blog Trotzdem).
Einige werden sich noch an den Boom der Chaostheorie erinnern (manche auch nicht ! 😉 ), die ich im Blog „Water and more“ erwähnte.

Wissenschaftlich ist sie recht aufwändig anzuwenden, aber wahrer, als wir uns ausmalen können.
Kann man sich vorstellen, dass alle, wirklich alle, Systeme der Erde zusammenhängen ? In der Tat ist es nämlich so,
dass z.B. der Regenwald im Amazonasbecken nicht bestünde, gäbe es die Sahara nicht.
Und ja, erstaunlicherweise befinden sich beide auf verschiedenen Kontinenten.
Das zeigt umso deutlicher, wie Alles mit Allem zusammenhängt.

Vorherrschende Winde, wirbeln den staubfeinen Wüstensand in der Sahara auf und wehen ihn in Höhen,
in denen er von Passatwinden erfasst wird. Diese Winde bilden einen Windgürtel nördlich und südlich des Äquators,
die beständig von Ost nach West wehen. Deswegen nennt man sie auch Nord- Ost- und Süd- Ost Passat (s. Graphik).

Graphik aus : https://www.skipperguide.de/wiki/Planetarisches_Windsystem

Dieser staubfeine Sand, bildet die Kondensationskeime, an denen sich die, auf der Reise über den Atlantik aufgenommene,
Feuchtigkeit niederschlägt, unter anderem auch im Amazonasbecken abregnet und damit den Dschungel „düngt“.

Regen bildet sich an sogenannten Kondensationskeimen, an denen Feuchtigkeit kondensiert, bis der entstehende Tropfen zu schwer wird
und die Wolke abregnet. Weswegen man ja auch Gewitterwolken mit Silberjodid impfen kann und so Kondensationskeime einbringt,
die zum Abregnen führen, bevor sich eventuell Hagel bildet und „Feldfrüchte“ beschädigt (Stichwort „Hagelflieger“).

Einerseits waschen die Regenfälle, ausgelöst durch den Saharastaub, die Nährstoffe des Bodens aus
und schwemmen die wertvolle Humusschicht weg, weswegen sie extrem dünn und nährstoffarm ist.
Anderseits, sind die Sandkörner wertvoller mineralischer Dünger.

Doch damit nicht genug, denn es geht weiter, rund um die Erde. Der Regen wäscht den Humus aus und trägt ihn in den Amazonas,
dieser mündet an der Ostküste Südamerikas in den Atlantik und, dort ansässige, Kieselalgen verbauen den wertvollen Kalk in ihren Skeletten.

Kurz zusammengefasst. Der Sand der Sahara, sowie die meisten Sedimentgesteine, bestehen aus Ablagerungen urzeitlicher Kieselalgen,
die in einem Urmeer abstarben und zu Boden sanken. Der „Windtransport“ über „den großen Teich“ bewirkt,
dass schlussendlich urzeitliche, „afrikanische“ Kieselalgen dafür sorgen, dass vor der Küste Südamerikas Kieselalgen leben können.

Es gibt noch viel mehr Windverfrachtungen, die wir uns nicht vorstellen können. So sind z.B. die Pole wahre „Windfallen“,
in denen alles landet, was der Wind irgendwo auf der Erde erfasst. Leider auch den Reifenabrieb unserer Mobilität.
Das sind alleine in Deutschland 120 000 t pro Jahr. Für mehr Informationen, siehe: Quarks

Reifenabrieb ist nicht weg, nur weil er nicht mehr am Reifen ist ! Er verwirbelt entweder in die Luft und belastet diese durch Feinstaub,
oder er wird vom Regen in Randstreifen, Felder und die Kanalisation gespült.
Er ist großteils so fein, dass er Kläranlagen passiert, in Bäche und Flüsse gelangt, die ihn schließlich ins Meer spülen.
Dort wird er mit den globalen Meeresströmungen auf dem ganzen Planeten verteilt (s. Graphik).

Aus: Spektrum der Wissenschaft

Diese globalen Strömungen verteilen alle menschlichen Abfälle auf der ganzen Erde. Es ist also von Belang, was wir hier tun,
denn unter Umständen, beeinträchtigt es das Leben auf der anderen Seite der Erde.

Die globalen Strömungen sind stark vereinfacht dargestellt. Es gibt strömungsbedingt regelrechte „Fallen“ für im Meer treibende Stoffe
(s. Blog Denk mal !). Rund um die Pole besteht eine Zirkumpolarströmung (s. Blog Hiob),
die, im Meer treibende, Stoffe rund um die Pole verteilt teilweise und auch direkt dort “ablagert“.

Leider hat sich die Wirtschaft zu einer Wirtschaft entwickelt, die nur schnelles Wachstum anstrebt und dadurch,
dass wir nur noch oberflächlich denken (s. Blog Trotzdem) und durch die Informationsflut, unsere Aufmerksamkeitsspanne sinkt,
also die Zeitspanne, in der wir uns auf ein Thema konzentrieren können (s. MPIB Berlin),
sind wir schlicht nicht lange fähig, uns mit einer Sache aufzuhalten.

Wir können eine Sache nicht zu Ende denken, weil gleich die nächste Information, und sei sie noch so nebensächlich,
unsere Aufmerksamkeit fordert.

Ich habe einmal „gedichtet“ :

„Wer keinen Gedanken zu Ende denkt,
macht sich bald keine mehr !“

(Is Odil)

Überall piept, hupt, klingelt es, damit wir uns um den Signalgeber kümmern, was wir bereitwillig tun und so nicht zur nötigen Ruhe kommen. Wir verlernen, auf uns selbst aufzupassen, weil wir uns auf Assistenzsysteme verlassen (müssen, denn wir sind seltenst „bei der Sache“)
und ihnen das Denken übertragen.
Ohne Nachzudenken, legen wir die Kontrolle über unser Leben in die Hände der Entwickler dieser Systeme.
Denken wird nicht trainiert, und was nicht trainiert wird, verkümmert !
Eine verhängnisvolle Entwicklung, die zum Abbau grundlegender Fähigkeiten führt, die das Überleben des Menschen gesichert haben !

„Die passive Sicherheit wird, immer besser,
auf Kosten der aktiven Sicherheit,
genannt Eigenverantwortung !“
(Is Odil)

Dies macht uns leicht beeinflussbar, was auch ausgenützt wird. Das Dumme ist, dass wir immer das Gefühl haben,
wir hätten Kontrolle über unser Leben, dabei haben wir die Verantwortung längst Algorithmen übergeben,
denn wir sind Lieferanten von „Verhaltensdaten“ die es ermöglichen, aufmerksamkeitsbasierte Informationen
und personalisierte Werbung zu schalten.

So hat z.B. eine junge Frau Werbung für Babyausstattung jeder Art erhalten und stellte erst später fest, dass sie schwanger war.
Unbewusst hat sie sich eben verstärkt für Babyausstattung interessiert, was den Algorithmus zur „personalisierten“ Werbung veranlasste,
denn da war ein Geschäft zu machen.
Richtig gruselig ist es, dass der Algorithmus sie als schwanger erkannt hat, bevor sie es selbst wusste.

Es geht hier beileibe nicht um die Daten, die wir „freiwillig“ bei einer Registrierung angeben. Das sind die am wenigsten interessanten Daten.
Die Registrierung ermöglicht eben nur eine personalisierte Erhebung von Daten (also wann Du, was getan hast)
und bedeutet einen rechtlichen Freibrief für unsere Daten.
Das große Geschäft machen sie jedoch mit Daten, die wir unbewusst streuen. Und die müssen gar nicht personalisiert sein.

Jedes Mal, wenn wir in die Punktefalle tappen, wenn wir bargeldlos zahlen, wenn wir im Internet unterwegs sind, wird erfasst,
was wir, in welchem Turnus, wo machen, welche Inhalte wir liken, kommentieren, ignorieren, …Das alles legitim und mit unserer Einwilligung. Wir wollen das zwar nicht, haben ihnen aber einen Freibrief erteilt !
Ja, auch wenn wir Werbung so schnell wie möglich wegklicken ergibt das Daten,
die Rückschlüsse darauf erlauben, wie etwas „ankommt“, bzw. wie unempfindlich wir sind.

Rund um diese, ohne unser Wissen erhobenen, Daten, hat sich ein lukrativer Markt entwickelt. Firmen zahlen den „Datensammlern“
enorme Summen für deren Datenauswertung oder auch nur für die Rohdaten, die sie dann bedarfsgerecht analysieren !
Damit machen sie erst richtig Geld, weswegen es uns ja so einfach wie möglich gemacht wird, „Prämien“ zu kassieren.
Die Prämien sind nur einen Bruchteil dessen wert, als es die erhobenen Daten sind.
Im Verborgenen, stehen wir unter ständiger Beobachtung der Industrie und wir gestatten es ihnen auch noch,
denn wer liest schon die Verträge, wenn „Prämien“ winken ?
Die sind außerdem bewusst so gestaltet, dass man nach kurzer Zeit aufgibt ! 😉

Schon alleine das Klicken auf einer Seite, bedeutet häufig eine Einwilligung in, was auch immer sie vorhaben, die „Nutzung“ der Daten.
Also praktisch jemanden, der über die Schulter schaut und beobachtet, wie sich der Mauszeiger bewegt,
wie lange man irgendwo verweilt, was „interessiert“, …

Schwierig bei einer Recherche, denn der Algorithmus meint, das Thema interessiere persönlich.
Nehmen wir an, ich würde über „Leerdenker“ recherchieren, weil ich keine unbewiesenen Behauptungen machen will.
Der Algorithmus schickt mir immer mehr Material der Leerdenker, bis hin zu rechtsradikalen Behauptungen (die nie bewiesen sind).

Es dauert, bis er „umgelernt“ hat, wenn ich über andere Themen recherchiere. Das macht es ungewollt schwieriger an entsprechende Informationen zu kommen, da diese Inhalte seltener angezeigt werden, weil Leerdenker- Inhalte dominieren.

Es gilt die Devise: „Akzeptanz durch Penetranz“, also egal wie nervig etwas platziert ist, wenn es dauernd so geschieht,
geben wir unseren Widerstand irgendwann auf (s. Spruch über Gedanken, oben). In der Folge, wird es noch penetranter,
solange, bis wir entnervt aufgeben. Wir geben keine Widerrede, also wird es noch ein wenig mehr …

Es ist wie mit dem Kind in uns, jeder klitzekleine „Landgewinn“, weil es nervt, wird zur Ausbreitung des Egos genutzt.
Denn es ist einfacher einen Wunsch zu bekämpfen, als all die anderen, die er nach sich zieht.
Nach diesem Prinzip gehen Werbepsychologen, Populisten und Meinungsmacher vor.

Mehr Haarsträubendes dazu im Interview mit Interview Shoshana Zuboff, Autorin des Buches „das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“, ISBN 978-3-593-50930-3. Denn diese Masche ist in dieser Form schon lange in Arbeit, wird jedoch erst jetzt offensichtlich.
Wie die Ursachen der Klimaerhitzung, haben wir mögliche Konsequenzen unseres Handelns so lange ignoriert,
bis sie nicht mehr zu ignorieren waren.

Beide Systeme, bedrohen uns, das Eine unsere körperliche Unversehrtheit, das andere ganz subtil, unsere psychische Gesundheit.
Viele fanden die Filmreihe Matrix, die sehr viel über diese Mechanismen aussagt, verstörend.
Viele fanden damals aber auch das Buch „1984“ von George Orwell verstörend oder „schöne neue Welt“ von Aldous Huxley.

Doch es ist immer das gleiche Schema, man ist eine kurze Zeit sensibilisiert, ein Aufschrei der Empörung geht durchs Volk,
doch es ändert sich nichts, weil wir uns nicht ändern. Also gewöhnt man sich an diese Tatsachen
und schüttelt resigniert den Kopf über „die da oben“.

Mittlerweile sind es nicht nur Regierungen, die uns manipulieren. Es ist die Industrie, die eigentlich zufällige Daten,
die massenweise durch unsere Bequemlichkeit anfielen und die zuerst „Datenmüll“ waren, ausschlachteten
und sie jetzt mit unglaublichen Gewinnen vermarkten.

Und es sind nicht nur Daten, die bisheriges Konsumverhalten enthalten, längst gibt es Algorithmen, die aufgrund des bisherigen Verhaltens Vorhersagen treffen, in welche Richtung unser Verhalten tendiert. Das ermöglicht Firmen, ihre Produkte „bedarfsgerecht“ anzubieten
und somit den Gewinn zu maximieren, indem sie das anbieten, von dem man selbst noch gar nicht wusste, dass man es „braucht“.

Wir halten Kurs auf die totale Zerstörung des Planeten und auf die totale Kontrolle über uns, weil wir sie immer weniger besitzen.
Meister Eckehard sagte:

„Wessen Du nicht mächtig bist,
das ist nicht dein Eigen !“

Vom Säuglingsalter an, werden wir damit konfrontiert, wie schwach unsere Bezugspersonen gegenüber (A)social media sind (s. Blog Smart). Fortwährend verlieren wir den Kampf um die Aufmerksamkeit und diese ständige Frustration führt zu ohnmächtigem Zorn
und da die Bezugspersonen ja „Götter“ in den Augen des Kindes und somit ohne Fehl sind,
richtet sich dieser Zorn gegen die Gesellschaft, „die da oben“, …

Wenn man permanent ignoriert und nicht gehört wir, macht man irgendwann Dinge, die gehört werden müssen ! Das sehen wir am Klima, denn die warnenden Stimmen, schon 1972 hat z.B. der Club of Rome vor den Grenzen des Wachstums gewarnt
(s. https://clubofrome.de/die-grenzen-des-wachstums/), haben wir ignoriert.

Wir haben weiter gemacht und die Industrie stellte Psychologen ein, die uns künftig effektiver manipulieren sollten.
Der Siegeszug von (a)social media, gab dem Ganzen den Todesstoß.
Seither sind wir immer weniger in der Lage, unsere Impulse zu kontrollieren, was die Werbung ausnutzt
(Stichwort : Impulskäufe und Meister Eckehard).

Doch leider sind wir dadurch auch anfälliger für alle oberflächlichen Schuldzuweisungen der Populisten, die einen ungeahnten Zulauf haben.
Man glaubt eben die unmöglichsten Dinge, nur damit man seine Vorurteile bestätigt sieht !

Es tut mir leid, aber dies ist die Wahrheit über unsere Gesellschaft, die immer weniger von Wissen, denn von Wollen gesteuert wird,
das von der Industrie beeinflusst wird und die das totbringende System nicht ändern will, weil es ja so bequem ist.

Außerdem, bin ich nicht angetan, von dem Almosen, das man mir zugesteht. Es ist nicht das wenige Geld, das mir zur Verfügung steht,
viel schwerer wiegt hier die absolute Undurchführbarkeit jeder Eigeninitiative, um dieser Grusifalle entfliehen zu können.
Es wird durch die gewachsenen Strukturen unmöglich gemacht, auf eigenen Füssen zu stehen. Das ist, was mich ärgert
und ich habe es auf vielfältigste Art versucht, doch es scheint unserer Gesellschaft lieber, Sozialhilfe zu zahlen,
als einen Weg aus ihr zu ermöglichen. Man ist nicht „behindert“, man wird behindert !

Aber, sich bewusst einzuschränken, bedeutet nicht nur Verzicht, es ist vielmehr ein Fokussieren auf Wichtiges.
Denn die „Freude“ über Luxus währt nur kurz, die Freude über herzerwärmende Menschen dauert jedoch ewig.
Zur geistigen Bildung siehe meine Blogs Unverzichtbarer Verzicht und Verzichten,
in denen ich den Aspekt des freiwilligen Verzichts beleuchte !

Wir können der Überwachung nicht entfliehen, das muss geregelt werden,
aber wir können z.B. vermehrt bar zahlen (was den unschlagbaren Vorteil der Kontrolle hat),
können, wo möglich, Cookies ablehnen und durch wachsames Verhalten, die Datenmenge der Kraken verringern.

Is Odil

Weil ich sie grad „griffbereit“ habe, ein Gedanke von mir.

„Erkenntnis setzt Kenntnis voraus,
denn man kann nur erkennen,
was man kennt !“

(Is Odil)

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