(Wer es genauer sehen will, muss nur aufs Bild klicken)

Die Probleme, die durch unser Konsumverhalten auf der Welt entstehen,
sind so vielschichtig und miteinander verwoben, dass man leicht den Überblick verliert.

Reiche Industrienationen sind nicht bereit, faire Preise zu bezahlen, der Handel läuft globalisiert ab
und es wird immer mehr, auf Kosten der Ärmsten, in fernen Ländern in denen keine Umwelt- oder Sozialstandards
zu berücksichtigen sind, produziert.

Aber die Folgen dieses Konsumterrors sind gewaltig. Ich sah eine verzweifelte Mutter, deren Land von einer Dürre heimgesucht wird,
die ihren Kindern Sand zu essen gab, nur damit sie etwas im Magen haben.

Sind wir so gleichgültig, dass Menschen Sand essen müssen, nur weil wir der Meinung sind, alles noch einen Cent billiger haben zu müssen ? Ja, sicher, solche Bilder lösen ein Strohfeuer der Hilfsbereitschaft aus, um das Gewissen zu beruhigen.
Aber an der Kasse „gewinnt“ doch das billigere Produkt gegen das faire.

„na intelligent ist das aber auch nicht !“

Dadurch, dass wir rücksichtslosen Raubbau betreiben, dass es billiger ist, ein Produkt dreimal um die Erde,
von einem Billiglohnland ins nächste, reisen zu lassen, haben wir das Weltklima aus den Angeln gehoben.

Die Klimazonen verschieben sich auf beiden Hemisphären (Halbkugeln) in Richtung der Pole.
Länder, die zumindest ein paar Mal im Jahr Niederschlag hatten, in denen ein Anbau wenigstens zur Milderung des Hungers dienen konnte, sind zunehmend von Dürre betroffen.

Die Wüsten breiten sich aus und die Menschen haben keine andere Alternative, als Sand zu essen oder auszuwandern
(s. Blog Desertifikation ).
Zitat Gregor Gysi : „Wenn wir ihnen nicht helfen, ihre Probleme zu lösen, kommen die Probleme zu uns !“

Nur dumm, dass wir diese Probleme verschärfen. Kolonialismus heißt eben jetzt „Globalisierung“ 😉 .

Vor kurzem hörte ich in einer Sendung die unglaubliche Zahl, der weltweit an den Folgen
verschmutzten Wassers sterbenden Menschen.
Es wurde berichtet, dass etwa alle 20 Sekunden ein Mensch an unsauberem Wasser stirbt.

Ein würdeloses Sterben. Hierzulande ist die Würde des Menschen unantastbar und doch nimmt man Kinder als wehrlose Schutzschilde.
In den sich ausbreitenden Wüsten, stirbt die Würde. Dabei haben sie kaum etwas zum Klimawandel beigetragen.
(sie stirbt allerdings nicht nur in den Wüsten !).

Die Industrienationen wollen sie nicht wahrnehmen, sie kümmern sich um eigene „Probleme“ wie,
wo bekomme ich was am Billigsten ?

Diese Zahl hat mich nicht losgelassen, weil ich es unglaublich finde, wie ein, bei uns so wenig beachtetes, Gut, im 2. Jahrtausend n. Ch.,
zur tödlichen Gefahr werden kann und begab mich auf die Suche.

Nach kurzer Recherche stolperte ich über die Zahl von 1 500 000 der jährlich, an den Folgen verschmutzten Wassers,
versterbenden Menschen.
Ich fand außerdem heraus, dass unglaubliche 2,2 Mrd. Menschen keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser haben.

Zudem haben 4,2 Mrd. Menschen keine sicheren Sanitäranlagen zur Verfügung. Das sind über 25 % der Weltbevölkerung !

Da liegt das Übel der vielen Toten begraben. Durch das Fehlen sicherer Sanitäranlagen, erfolgt keine Entkeimung der Fäkalien
und die „Erdtoilette“ ist weit verbreitet. Doch die freigesetzten Keime, verseuchen Oberflächen- und Grundwasser.
Das wiederum zum Trinken, Kochen und Waschen genutzt, dadurch weiter verschmutzt und unbehandelt in die Natur vergossen wird.
Was wiederum zur Kontamination des Oberflächen- und Grundwassers führt, …

Und dadurch, dass auch 2,2 Mrd. Menschen keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser haben, gelangen diese Keime
oft in den menschlichen Organismus und tun ihr zerstörerisches Werk.

Daher die hohe Zahl von Toten durch unsauberes Wasser. Eine kurze Rechnung lässt die Zahl von 1 500 000 Toten pro Jahr
auf anschauliche Sekunden zusammenschrumpfen.

Es sind also 1 500 000 Tote pro Jahr, dividiert durch 12 Monate, ergeben das 125 000 Tote im Monat,
kaufmännische 30 Tage pro Monat, ergeben 4166,666667 Tote pro Tag, durch 24 (h), sind 173,6111111 Tote pro Stunde, dividiert durch 60, sind 2,893518519 Tote pro Minute, durch 60 (s) sind also 0,04822530864 Tote pro Sekunde.

Das ist ein wenig sperrig, denn wer kann sich schon 0,04822530864 Mensch vorstellen ? Also dividieren wir einen Mensch durch diese Zahl
und erhalten die Sekunden in denen ein Mensch an verschmutztem Wasser stirbt.

Mir fällt es schwer, angesichts des Dramas, sachlich zu bleiben ! Ich muss mich regelrecht zu einer „nüchternen Betrachtung“ zwingen,
denn dieser Skandal ist kaum auszuhalten. Ebenso die Art, wie wir mit Tieren umgehen, lässt mich am „zivilisierten“ Menschen zweifeln.
Möchtegern zivilisierter Barbar wäre da treffender 😉 . (s. hierzu Es darf nicht normal sein ! )

Also 1/ 0,04822530864= 20,736 sec. Alle 20,736 Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen des Geizes der Industrienationen.
Denn seien wir ehrlich, wir könnten es uns leisten, jedem einen sicheren Zugang zu(m), Menschenrecht, sauberes(m) Wasser zu ermöglichen.

Der globale Wasserverbrauch steigt durch Faktoren, wie Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum, sowie durch veränderte Konsumgewohnheiten um jährlich etwa 1 %.

69 % des weltweiten Wasserverbrauchs, geht auf die Landwirtschaft zurück. In Deutschland sind es allerdings 77 %, die durch Energieversorgung, Bergbau und produzierendes Gewerbe verbraucht werden.

Quellen:
Sat1, waldrekordwoche
UNESCO Weltwasserbericht
UNICEF verseuchtes Wasser

Wie oben schon gezeigt, können wir nicht ruhigen Gewissens so weiter machen. Es muss etwas geschehen !
Wir können uns nicht auf dem „Wohlstand“ ausruhen, während die, denen wir ihn zu verdanken haben, abermals leiden,
nachdem wir sie derart ausgebeutet haben.

Unser gesamtes Wirtschaftssystem ist pervertiert und man hat uns eine „heile Welt“ vorgegaukelt. Aber: Wir hätten es ahnen können,
es gab genug Stimmen, es gab genug Berichte, es gab genug …
Nur sind wir eben, bzw. die „Entwicklungsländer“, Opfer unserer selektiven Wahrnehmung.
Sie ist ein mächtiger Gegner, die uns nur wahrnehmen lässt, was wir wahrnehmen wollen.

Das Elend geschieht ja nicht mir, nicht in meiner Nachbarschaft, nicht in meinem direkten Einflussbereich.“ Es existiert somit nicht.
So ignorieren wir Fakten, weil wir sie nicht wahrhaben wollen. Die letzten 4 Jahre haben wir es an Trump gesehen
und sehen momentan an Impfgegnern, welche gefährlichen Auswüchse es haben kann.

„Wasser kann gar nicht verbraucht werden“, hört man allenthalben und richtig, die Menge an Wasser auf der Welt bleibt unverändert,
was auch immer wir damit anstellen.

So reden die sich gerne raus, die dem schnellen Denken die Hoheit über ihre Meinung überlassen.
Denn es gibt verschiedene Arten, zu denken:
Das schnelle Denken und das langsame Denken, gerne auch als Typ 1, 2, o.ä. bezeichnet.
Eine kleine Erklärung findet sich in meinem Blog ( Trotzdem ).

Richtig, Wasser kann nicht „verbraucht“ werden, die Qualität und damit die Nutzbarkeit (für uns),
werden durch den Gebrauch „nur“ verändert, so dass „verbrauchtes“ Wasser für uns nicht nutzbar ist.
Obwohl viele Menschen noch schlechteres Wasser zu sich nehmen müssen, um zu überleben.

Was für alles gilt, zeigt sich beim Wasser. Wir müssen pfleglich mit dem besten Filter/Ressourcen-/ Energielieferant/ … umgehen, den es gibt.
Eine Intakte Natur, denn kein technischer Filter kommt an die Aufbereitungsleistung natürlicher Kreisläufe heran ! (s. Blog Lebensborn )

Mittlerweile hat die Werbeindustrie den Zeitgeist erfasst und nun scheint es „ganz einfach“, nachhaltige, verantwortungsvolle
und gesunde Produkte zu finden.

Sie suggerieren uns für jedes Produkt eine heile Welt, in der sie „verstanden“ haben und versprechen Verantwortung zu übernehmen.
Aber, die Werbeindustrie hat über 100 Jahre Erfahrung damit, etwas zu verkaufen.

Also investiert die Industrie, werbewirksam, einen kleinen Betrag in vergleichsweise billige Wiederaufforstungsprojekte,
damit man etwas vorweisen kann, was das Gewissen des Konsumenten beruhigt.

Bäume machen keinen Wald und selbst die Pflanzung eines Waldes, lässt erst nach „Ewigkeiten“ eine Art Ökosystem entstehen.
Es ist eine Farce, nur die Bäume zu ersetzen, die zerstörte Ökologie außer acht zu lassen und unschuldig zu behaupten,
man habe es ja ausgeglichen.

gequirlte Kacke ! 😉

Wir müssen mehr als sonst, Wert darauf Wert, wie etwas produziert wird. Wir müssen uns darüber klar werden, dass Besitz
(meist nie genutzter) nicht glücklich macht. Sie pflanzen uns ein Glücksverständnis ein, das jeder, aber wirklich jeder,
ernstzunehmenden Philosophie widerspricht.

Wir verknüpfen Glück mit Wohlstand und Wohlstand mit materiellen Gütern. Die simple Rechnung:
Mehr materielle Güter = mehr Wohlstand = Glück

Aber egal, wie viele Güter wir besitzen, wir werden dadurch nicht glücklich(er). Jede neue Errungenschaft, macht nur im ersten Moment froh
(was viele mit Glück verwechseln). Das ist nur die Dopaminschwemme im Gehirn, durch eine Reizung des Belohnungssystems.

Also für Glück nicht zu gebrauchen. Im Gegenteil, denn je mehr wir haben, desto mehr Sorgen machen wir uns
um den Erhalt unseres Besitzes. Zum Reichtum kommt also noch Angst hinzu und Angst macht erfahrungsgemäß nicht glücklich 😉 .

Der einzige Weg zu innerem Reichtum und damit Glück ist es, so wenig wie möglich zu „brauchen“ (s. Blog Unverzichtbarer Verzicht)
und das (nun) Übrige zu verschenken.

Unsere materiellen Güter bleiben in dieser Welt zurück, es gibt drüben keine Verwendung für sie ! Das Einzige von Wert, was immer bleibt,
ist die Freiheit, sich von Materiellem trennen zu können und unsere guten Taten sind einst unsere einzigen Fürsprecher.

Doch ich „schwafel“ ab 🙂 .
Je mehr wir also darauf achten, wie etwas produziert wird und ob Klimagerechtigkeit in der gesamten Lieferkette besteht,
desto eher verstehen die Industrie, die Politikindustrie und die Werbeindustrie, dass der Verbraucher
sich nicht mehr so einfach „ruhigstellen“ lässt.

Jedes Produkt muss unter die Lupe genommen werden. Es muss im Großen etwas geschehen
(hierzu nochmal die Buchempfehlung „Ökoroutine“ von Michael Kopatz, ISBN 978-3-96238-084-7),
aber auch wir müssen unser Verhalten drastisch ändern !

Lasst Euch nicht beruhigen, wenn es nicht stimmt !

Is Odil

Öha, heute ist wieder starker Tobak im Kalender (brainfuck 😉 ).
Deswegen ein anderer Spruch !

„Sterben heißt,
sich beerben.“

(Paul Dahlke)

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