Was uns bestenfalls blüht, wenn wir endlich effektiver handeln ! Ja, es ist ein romantisierendes Bild.
Aus dem Grund, weil wir zutiefst irrational handeln, denn das Wissen über notwendige Maßnahmen
(s. Blog Notwendig) ist weit verbreitet. Kurz, wir wissen genau Bescheid.

Dieser Blog ist ein Versuch, Euch handlungsfähig zu machen und macht einfach Gedankenexperimente,
was wir gewinnen können, statt nur darüber  zu schreiben, was uns droht.

Deswegen ist auch das Bild bewusst emotional, damit bei möglichst vielen die Assoziation „Schön“ entsteht.
Dann bemühen wir uns eher darum zu verstehen, was es so schön macht.
Dazu müssen wir uns damit beschäftigen und es kennen lernen, was wir kennenlernen, verstehen wir irgendwann,
was wir verstehen, lernen wir lieben und was wir lieben, schützen wir. Also los jetzt !

Und trotzdem liegt unser Fokus auf schnelle Befriedigung unserer Triebe. Das ging Jahrmillionen lang gut und hatte wenig
schlimme Konsequenzen, weil man sich in größerem Kontext sah und sich bremsen konnte.
Man relativierte eine Handlung, in Bezug auf das Dasein und unsere Rolle darin.

Nun geht aber das Wissen, was durch Religion jeden berührte, verloren und wir sind außerstande unser Leben in größerem Kontext zu sehen.
Angefangen bei den „Ersatzgöttern“ des Konsums, über die totale Zerstörung jeglicher Resilienz in unserer Kindheit/ Jugend/ Erwachsenenalter,
der „Abschiebung“ alten Wissens ins Altersheim, bis hin zur Streichung geisteswissenschaftlicher Inhalte aus dem Lehrplan,
weil davon kein sofortiger Nutzen zu erwarten ist, und warten, bis die Saat aufgeht, können wir nicht mehr.

Wir haben schlicht gesagt kaum noch eine Idee von einem guten und moralischen Leben, weil wir sämtliche Quellen,
aus denen man solche Informationen bekommen könnte, außer Reichweite unserer Kinder gebracht haben,
während Inhalte, die nur für Erwachsene bestimmt sind, bis unter die Bettdecke des Kinderzimmers gelangen.

Dazu :
(s. Shoshana Zuboff)

Ach, das wissen wir doch schon längst. Lasst mich also mal erträumen, was uns möglich sein könnte,
wenn wir uns endlich von der Industrie lossagen und dem Turbokapitalismus keinen Nährboden mehr geben.

Industrie :

Durch gesetzliche Vorgaben (s. Buch „Ökoroutine“ von Michael Kopatz [ISBN 978-3-96238-084-7]), wird der Industrie ermöglicht,
zu tun, was zu tun ist. Sie können durch ihr Kapital und die errichteten Lieferketten global wirksame Maßnahmen ergreifen.

So dass Transportwege geschrumpft, ein Joghurt legt etwa 9 000 km rund um den Globus zurück, bis es im Handel landet
(Stefanie Böge 1990), und so das Geld für den Transport gespart, bzw. in bessere Rohstoffe investiert werden kann.
Lebensmittel sind endlich Lebensmittel und keine Nahrungsmittelzubereitungen, die rein profitorientiert sind.

Energie :

Erneuerbare Energien werden ausgebaut und alternative Energiequellen erforscht. Landwirte werden zu „Energiewirten“,
denn sie produzieren zum Teil auf Agrosolarfeldern, einen Großteil unserer Energie.
Sie nutzen sie auch selbst, denn ihre Traktoren, Feldbearbeitungsmaschinen, etc. sind natürlich elektrifiziert.

Kohlekraftwerke wurden mit Kohlestaub befeuert und man könnte stattdessen Eisenpulver „verbrennen“.
Das erfordert nur geringe Umbauten und geschieht CO2– frei. Außerdem könnte man leicht vorhandene Infrastruktur dazu nutzen,
und muss nicht umwseltschädlich neu bauen !
Das verbrannte (oxidierte) Eisenoxidpulver kann mit vorhandener Infrastruktur in Länder nahe des Äquators verschifft werden
(drachenunterstützte E- Antriebe), um dort per Solarkraft wieder reduziert zu werden.

Es entsteht ein Kreislauf von Eisenpulver als Energieträger. So können südliche Länder ebenfalls vom „Energiehunger“
der Industriestaaten profitieren und dort Bildung zu forcieren.

Verkehr :

Der Ausbau von Kleinsolaranlagen wird gefördert, statt behindert. In Folge wächst der E. Auto- Markt, denn man zahlt,
wenn man ihn endlich auch selbst nutzen darf, kaum etwas für den Unterhalt,
also kann man sich die höheren Anschaffungskosten „leisten“.

Wir müssen es uns leisten, denn es führt kein Weg am Ausstieg aus der fossilen Energie vorbei.

Unnötige Transporte fallen weg, nötige Transporte geschehen CO2– frei und so legen unsere nötigen Konsumgüter
keine tausende Kilometer zurück, bis sie zu Schleuderpreisen ein zweifelhaftes „Vergnügen“ befriedigen
und nach 2- 3 Monaten weggeschmissen werden.

Ernährung :

Hierzu sage ich nur „planetary health diet“ (Planeten- Gesundheits- Diät [Ernährung]).
Diese berücksichtigt unsere Bedürfnisse an Ernährung und gleichzeitig
die negativen Auswirkungen, sie zu produzieren.

Die mit Abstand wichtigste und effektivste Maßnahme ist es, den Fleischkonsum drastisch zu verringern.
Weltweit  gesehen, entsteht aus 7 Kalorien Futter, lediglich eine Kalorie Fleisch.
Der Rest sind 5 Kalorien Gülle und rund eine Kalorie Schlachtabfälle.

Durch die dringend nötige Ernährungsumstellung, wird weniger, bis kein Regenwald mehr abgeholzt.
Im Gegenteil, die bis zu sieben Mal geringere Weidefläche, gibt sogar Flächen frei,
auf denen Regenwald Fuß fassen und sich so regenerieren kann.

Der sich ausbreitende Regenwald kann seine Funktion der „grünen Lunge“ des Planeten wieder ausfüllen.
Zudem sparen wir enorm viel Wasser, denn die Nutztiere verbrauchen weniger davon
und Gülle verschmutzt unser Wasser nicht mehr so häufig.

Landwirtschaft :

Grundlage jeder Landwirtschaft ist die Gesundheit des Bodens und die schließt konventionelle Produktion aus.
Sicher dauert es eine Weile, bis man damit werben darf, aber der Boden und die gesamte Arbeit des Landwirts,
wandeln sich wieder dazu, dass sie Hüter und nicht Vernichter der Natur sind.

Der vermeintliche Nachteil der größeren benötigten Fläche, ist kein Nachteil denn erstens werden Flächen frei,
die nicht mehr zur Weidehaltung von Nutztieren genutzt werden und zweitens steigert das möglich gewordene
„precision farming“ einen gezielteren und umweltschonenderen Einsatz von Wasser, Dünger, Pflanzenschutzmitteln, …

Die Transportwege sind nicht mehr darauf ausgelegt, möglichst billig zu sein, sondern darauf,
wie viel Schaden sie unserem Planeten zufügen und man zahlt den tatsächlichen Preis,
der nicht durch Subventionen künstlich gedrückt wird.

Umweltschädliche Subventionen fallen weg, denn sonst hat niemand eine Motivation, nachhaltig und planetenschonend zu agieren.

Erziehung :

Wir erziehen unsere Kinder zu Menschen und nicht mehr zu Maschinen, die zwar im Sinne der Industrie reagieren aber nicht agieren (können).
Das bedeutet, wir müssen ihnen vorleben, dass wir darüber entscheiden, wann wir auf irgendetwas reagieren.

Nur durch unser Beispiel und die vielen Beispiele einer kritischen Auseinandersetzung mit Medien, lernen unsere Kinder,
dass sie mentale Autonomie besitzen können. Bisher leben wir ihnen einen bedenklichen „Dumb“phone- Umgang vor,
der ihnen signalisiert, man könne sowieso nichts machen.

Der Verbraucher wird wieder Herr über seine Gefühle und damit über seinen Geist.
Wir haben bereits drei Generationen an das „Dumb“phone verloren.
Die kollektive Weisheit bekommt wieder häufiger die Chance, ihnen etwas fürs Leben beizubringen.

Natur :

Wir können nicht alles schützen, aber wir sollten so schonend wie möglich mit unserer Umwelt umgehen.
Doch sollten wir gezielt bestimmte Arten (s. Blog Schlüsselarten +) wieder in Ökosystemen ansiedeln und schützen,
denn wo sie sind, erhalten sie ganze Ökosysteme.

So sind z.B. Huftierherden hervorragend dazu geeignet, den Permafrostboden gefroren zu halten
(indem sie die Schneedecke zu einer isolierenden Eisschicht verdichten), sie halten Flächen frei von Wildwuchs,
sie schaffen kleinste ökologische Nischen, in denen sich Insekten, Amphibien und sonstiges Getier vermehren können,
außerdem sie düngen den Boden, … Ein echter Gewinn für Landschaften.

Oder z.B. Wale. Deren häufiges Vorkommen, verteilt die Nährstoffe bestimmter Regionen in allen Ozeanen und „düngen“ sie regelrecht,
indem die die Nährstoffe „mobilisieren“ und im Freiwasser verteilen. Sie schaffen so die Voraussetzung, dass sich Phytoplankton vermehrt,
damit das Zooplankton und damit die Lebensgrundlage vieler Organismen, nicht nur ihre !

Die Techniken sind vorhanden, unser Wissen wird immer detaillierter. Die Menschen sind bereit, selbst etwas zu tun, …
Wir haben alles in der Hand, haben die Bereitschaft, was uns daran hindert das zu tun, was wir tun MÜSSEN ist die Industrie,
die immer noch ihrer alten Sucht des fossilen Hungers frönt und uns belügt, wo es sich für sie rechnet.

Das Wissen meiner Blogs reicht aus, einen Aspekt der natürlichen Zusammenhänge zu verstehen,
um sie zu begreifen, muss man einzelne Maßnahmen vertiefen.

Im oben genannten Buch(„Ökoroutine“) sind verschiedene Maßnahmen in verschiedenen Bereichen beschrieben,
die dazu führen sollen, dass „Öko“ zur Routine wird und bewusstes Einkaufen kein Spießrutenlauf mit raffinierten Lügen wird.

Jeder Griff ins Regal muss ein ökologoisch vertretbares Produkt „erwischen“, konventionelle Produkte werden automatisch teurer,
wenn die kranken Subventionen, die sie künstlich verbilligen, wegfallen und wir den tatsächlichen Preis
für schädliche Nahrungsmittel zahlen müssen.

Es ist möglich, wir sind so weit, nur die Industrie wehrt sich, dummerweise mit sehr viel Geld, obwohl es in anderen Länder längst üblich ist,
Reiche an der Gesellschaft zu beteiligen und niemand wandert deswegen ab 🙂 .

Steuern/ Mieten :

In Wien führte z.B. die Besteuerung der oberen 20 %der Mieten, zu bezahlbarem Wohnraum, der lediglich etwa die Hälfte der Mieten in München kostet.
Es entstanden Wohnquartiere für die ärmere Bevölkerung, mit Innenhöfen zur Begegnung, teilweise mit Freizeiteinrichtungen,Schwimmbädern, Kindergärten, …

Eine Vermögenssteuer führte dazu, dass wir endlich eine Infrastruktur bekommen, die diesen Namen verdient.
Eine Beteiligung der Nahrungsmittelindustrie an den Gesundheitskosten, natürlich nur an denen, die sie mit auslösen,
führte ganz schnell dazu, dass auch hochverarbeitete Lebensmittel ehrlich und gesünder werden.

Das Leben ist schön, also lasst es uns zu einem Ort machen, an dem wir gerne leben !

Is Odil

Mal wieder ein langer Spruch und ich will fertig werden, also einer „aus meiner Sammlung“!

Was wir tun wollen,
bedenken wir.

Was wir getan haben,
bedenken wir nicht.

Die leitenden Grundsätze aber
für die Zukunft

Ergeben sich aus
der Vergangenheit.

(Seneca)

P.S.
Ein japanisches Sprichwort sagt :

Ein Volk ohne Vergangenheit,
ist ein Volk ohne Zukunft
!“