Wen wundert es, dass Glasgow zur Zäsur in Sachen Klimagerechtigkeit wird. Wie das Titelbild schon ausdrückt,
denkt jede Nation nur an sich und drastische Maßnahmen, die erforderlich wären, um das Schlimmste abzuwenden, sind so verwässert und der „Klimagipfel“ verdient seinen Namen nicht.

Das Wirtschaftssystem hat sich nicht nur zum Turbokapitalismus entwickelt und Menschen „gezüchtet“, denen alles egal zu sein scheint, solange es nicht auf (a)social media „diskutiert“ wird. Nein, auch die Regierungen dieser Welt
sind nur auf Macht gepolt, koste es, was es wolle. In diesem Fall eben massenweise Menschenleben.

Das Saudumme am Menschsein ist eben, dass man, wenn man nicht unmittelbar eine negative Konsequenz seines Handelns verspürt,
so lange weitermacht, bis es nicht mehr geht. Das ist einer der vielen Mechanismen, die eben auch einer Sucht zugrunde liegen.
Man ändert erst etwas, wenn ein Problembewußtsein besteht. Vorher sind Rückfälle vorprogrammiert,
weil man sich selbst etwas vormacht.

Doch davon sind die politischen Führungen dieser Welt noch weit entfernt. Die negativen Folgen unseres Handelns,
geschehen eben noch nicht vor unserer Haustür und werden so lange ignoriert, bis sie uns selbst betreffen
und man nicht mehr wegschauen kann.
Doch dann ist es zu spät, um noch irgendetwas abzuwenden und der Klimawandel trifft auch uns mit aller Härte.

Wir sehen wieder einmal, dass den Regierungen dieser Welt nur ihr Machterhalt am Herzen liegt.
Diesen Marionetten des Geldes kann man nicht glauben. Wir müssen das Schicksal der Erde in unsere Hand nehmen und vernünftig,
Hand in Hand mit Wissenschaftlern und Sozialökonomen so handeln, dass ihnen nicht anderes übrig bleibt,
als dem Willen der Masse zu entsprechen und endlich dem Betrug für schnellen Profit Einhalt zu gebieten.
(Buchempfehlung: „Ökoroutine“ von Michael Kopatz, ISBN 978-3-96238-084-7)

Ihr Argument sind immer Arbeitsplätze und „der Verbraucher will es so“. Doch wo sind die Arbeitsplätze, wenn es keine Arbeit gibt ?

„Was das wieder Arbeitsplätze kostet ?“

Und so viele Verbraucher wollen schon seit Jahrzehnten etwas Anständiges, suchen nach Vertrauen in die Produktion, in die Produkte
und werden doch immer wieder enttäuscht.

Man muss quasi schädlich handeln, denn die künstliche Verteuerung ehrlicher Produkte, kann man sich weder von Lohn,
noch von Hartz IV und kaum von der Grusi leisten. Ich bin in der Grusi gefangen und muss mich wirklich „verbiegen“,
um einigermaßen nachhaltig zu leben und Produktenttäuschungen zu meiden.

Doch selbst mir gelingt es, meinen Bedarf einzuschränken (s. Blog: Unverzichtbarer Verzicht ), zu wirtschaften, zu planen
und was ich regelmäßig verbrauche, in Bio- Qualität zu kaufen (die Kosten sind eingeplant).

Denn Bio … ist die einzige Möglichkeit dem verhängnisvollen Mix aus Herbiziden, Insektiziden, Fungiziden, …-ziden auszuweichen
und einer Vergiftung, im Glauben man ernähre sich gesund, auszuweichen.

Ein erschreckender Selbstversuch von Jenke von Wilmsdorf („das Food-Experiment“, 01.11.2021) hat gezeigt,
dass teils in der EU verbotene …-zide, in Deutschland hergestellt, exportiert, im Ausland angewendet
und schließlich mit dem Gemüse reimportiert werden. Es gebe nur „gelegentliche“ Grenzwertüberschreitungen.
So landet das verbotene Gift auf unserem Teller und in unseren Körper. (ggf. setzt man einfach den Grenzwert hoch ! 😉 )

So haben wir in unserem Land zwar keine negativen Folgen auf Flora, Fauna und Böden, doch nehmen wir diese verbotenen Gifte in uns auf und niemand hat Kenntnis darüber, was der ganze Cocktail an Umweltgiften in all unseren „Lebensmitteln“ in uns anrichtet.

Was nicht unmittelbar zum Tode führt, härtet ab oder was ? Tatsächlich ist es wie mit dem Rauchen, dem Trinken und anderen Süchten. Sobald man negative Konsequenzen wahrnimmt, ist es zu spät, um zu handeln.

Im Falle von Klimaschutz, sind die Konsequenzen eben nicht spürbar (für uns nicht). Die Küstenstädte kämpfen einen sinnlosen Kampf
gegen die Fluten, die Marshall Inseln sind in 50 Jahren Meeresgrund und wir sind ein reiches Land und können uns den Wiederaufbau ganzer Gebiete nach Überflutungen leisten.

Doch bald eben nicht mehr, denn sie nehmen Überhand und es wird richtig teuer, wenn wir nicht handeln.
Eine UBA- Studie (Umweltbundesamt), bereits aus dem Jahre 2014 (so lange weiß man auch darüber Bescheid) belegt,
dass durch ambitionierten Klimaschutz 2030 das BIP (Bruttoinlandprodukt), um 30 Milliarden Euro höher liegen könnte.

Alleine durch vorausschauende Planung, doch es geschieht nichts. Wir haben immer noch kein, dringend benötigtes, Tempolimit,
obwohl der Straßenverkehr ca. 20 % des weltweiten Treibhausgases ausstößt. Obwohl die Anzahl der frühzeitig an den Verkehremissionen Verstorbenen um das 3.5 fache höher liegt, als die Zahl der Verkehrstoten (Quelle: Wikipedia).

Der volkswirtschaftliche Schaden der Folgen unseres Konsums geht in die Milliarden. Sie werden nur nicht an dieser Stelle verrechnet.
Durch diesen Trick hat man in einer Vorzeige- Rubrik ein dickes Plus, weil die verursachten Kosten
in einer anderen Kostenstelle zu Buche schlagen.

Alleine der Konzentrationsverlust durch Handys („Smart“phones) bei der Arbeit (oder sollte ich sagen statt, oder neben der …?),
richtet laut dem Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) etwa 500 Mrd Euro jährlich an Schaden an.

eco-Geschäftsführer Harald A. Summa warnt: „Der Konzentrationsverlust durch Ablenkungssucht hat mittlerweile eine Schwelle erreicht,
in der er die Vorteile der elektronischen Kommunikation zu überwiegen beginnt“.
Diese Aussage traf er 2013. Also vor 8 Jahren und es ist mittlerweile unerträglich geworden !

Doch von nachteiligen Auswirkungen will keiner was hören, kein Süchtiger möchte vom Schaden wissen.
Denn würde es ihm bewußt werden, müsste er ja was ändern ! Stichwort: „Problembewußtsein“

„The result of approx. 4.5 Mio years“ „The result of 30 years mobile phone“

Der Schaden an der Psyche und die sozialen Auswirkungen, sind dabei nicht berücksichtigt.
Wir haben damit die Büchse der Pandora geöffnet und sie nicht mehr unter Kontrolle.

Die Welt macht es wie wir, es wird kaputtgespart. Doch wie schon gesagt, kann man nicht noch mehr Effizienz rausholen,
ohne an Qualität zu sparen. So werden Bauteile eben dort auf der Welt gekauft, wo sie billigst hergestellt werden können,
weil dort schlechteste Arbeitsbedingungen „normal“ sind, weil dort keine Umweltauflagen zu berücksichtigen sind
und es nur um reinen Profit geht.
Die moralische Vertretbarkeit der Produkte und Produktionsbedingungen bleibt da auf der Strecke.

Und das nur, um das Produkt auf dem hiesigen Markt billiger anbieten zu können. Wir haben alle (natürlich auch ich) Produkte,
die teilweise unter diesen Bedingungen hergestellt wurden. Man kann diesen kaum ausweichen und so tragen wir alle eine Teilschuld
an Elend, an Tod, am Klimawandel.

Da die Politikindustrie nicht im Sinne der Bevölkerung handelt, rufe ich alle dazu auf, zu Handeln. Und zwar jetzt !
Wenn wir darauf warten, bis die Mächtigen etwas tun, ist die Erde kaputt (und wir mit ihr).

Die ambitionierte Industrie ist aufgefordert, verstärkt vertretbare Produkte auf den Markt zu bringen und damit zu werben.
Den Verbraucher bitte ich um das Üben von Verzicht (s.o.), denn wir brauchen weitaus weniger, als die Industrie uns glauben macht,
und diese „ehrlichen“ Produkte zu bevorzugen.

Auf die Superreichen können wir nicht zählen, sie verursachen laut Oxfam 30 % des weltweiten Ausstoßes an Klimagasen.
Das sind 10 % mehr, als der gesamte Straßenverkehr ! Das nenne ich mal pervers, rücksichtslos, über jedes Ziel hinaus, ….
Da ist viel Einsparpotential !!!

Doch Industrie, Reiche, Politik, sind nicht alle so. Ich ziehe meinen Hut (symbolisch eben) vor allen, die ihre Möglichkeiten dazu nutzen, um Leid zu mildern. Doch gibt es leider zu wenige, als dass es ins Gewicht fallen würde.
Und wenn selbst eine Politikerin Klimaschutz propagiert, doch für knapp 50 km einen Jet nimmt (19 min Flug), dann ist das Signal eindeutig.
Wasser predigen und Wein trinken. So geschieht es immer und überall auf dem Markt, in der Wirtschaft, in der Gesellschaft.

Wir wissen seit Jahrzehnten Bescheid und die Mächtigen spielen sich immer den Ball zu, um „im Spiel“ zu bleiben
und verspielen damit das Spiel an sich.

Euch sei gesagt:

Niemand hat es je geschafft, irdische Reichtümer über den Tod zu retten. Er/sie/es hat keinerlei Vorteil im Dasein,
nur in dieser kurzen Lebensspanne, die uns zur Verfügung steht, Schätze des Herzens anzuhäufen.
Also wacht auf und handelt, denn Ihr könnt Euer Geld sinnvoll einsetzen und trotzdem in Luxus schwelgen ! Gier tötet !

Is Odil

Na wie passend. Heute steht nämlich im Kalender (in meinem):

„Der Ausdruck „wenn ich tot bin“ ist irreführend
und sollte vermieden werden.

Der Geist ist unsterblich;
nur die Lippen, welche den Gedanken aussprechen,
werden vergehen.

Wir sind nicht Körper,
die eine Seele haben,

sondern Seelen,
die einen Körper haben.“
(Fürstin Karadja [Locarno])

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