Darum geht es hier: Luft

Luft

 

Ich starte eine Reihe mit den vier Elementen. Also erst einmal :
Ein Blog über Luft (scheinbar nichts).

Um uns die Größenverhältnisse zu verdeutlichen, die gesamte Atmosphäre der Erde ist im Verhältnis so dünn,
wie der Niederschlag auf einer Billardkugel, wenn man sie anhaucht (vorausgesetzt, sie war vorher im Kühlschrank ! 😉 ).

Also wirklich, richtig dünn. Und in dieser und darunter, leben alle uns bekannten Formen des Lebens.
Sie ist Teil der sogenannten Biosphäre, die den Bereich bezeichnet, in dem Leben
(ob aerob [mit Sauerstoff]) oder anaerob [ohne Sauerstoff]) existieren kann.

Ohne sie könnten wir, und das „höher entwickelte“ Leben auf dem Planeten, nicht leben. Es klingt vielleicht paradox
und ist schwer vorzustellen, aber die den Planeten umgebende Atmosphäre war nicht immer mit Sauerstoff angereichert.
Für uns wäre sie schlichtweg giftig gewesen.

Damals (vor ca. 3,8 Mrd Jahren) war Sauerstoff sogar ein Zellgift, das ist er in hoher Dosis auch heute noch,
weswegen man auch hochreaktiven Sauerstoff zur Desinfektion nimmt.
Wasserstoffperoxid zur Wunddesinfektion, Ozonbegasung bei der Aufbereitung unseres Trinkwassers, etc.
Es kommt also auf die Konzentration an !

Mein „Arschgeweih“ frisch gestochen (medèn ágan [altgriech. nichts allzusehr]).
Paracelsus sagte sinngemäß : „Die Dosis macht das Gift“

Der Wirkmechanismus ist hier recht einfach, denn Zellen/ Keime/ … werden durch die Reaktion mit Sauerstoff in neue,
unschädliche Stoffe umgewandelt (oxidiert), die z.B. ausflocken und über Sandfilter aus dem Wasser gefiltert werden können.

Aber zurück, anfangs (im Archaikum) gab es nur Methan, Ammoniak, Wasserdampf und andere Gase in der Erdatmosphäre.
Doch vor ca. 3,5 Mrd Jahren, begann das, auf der abkühlenden Erde entstandene, Leben, das „Abfallprodukt“ Sauerstoff,
zuerst in den Meeren, und als diese gesättigt waren, in der Atmosphäre anzureichern.

Das bis dahin entstandene Leben sah sich mit einer steigenden Konzentration eines für es tödlichen Gases konfrontiert.
Hier wird deutlich, wie wichtig Vielfalt (Artenvielfalt, Nahrungsvielfalt, etc.) für das Überleben ist.
Denn eine (oder mehrere) Mutation(en) konnte(n) besser mit diesem Gift umgehen und vermehrten sich,
so erfolgte eine stete Anpassung an neue Begebenheiten. Ohne Vielfalt gäbe es uns gar nicht, klar ?

Der scheinbare Nachteil, diente als „Sprungbrett“ für neue Arten, die aus ihm mehr Energie generieren konnten
und so alle Nischen des Planeten eroberten. Lange vor irgendwelchen „Entdeckern“,
hat sich das Leben auf dem gesamten Planeten verbreitet.

Das war sozusagen die Zweitentwicklung des Lebens, das sich deutlich wandelte. Denn durch die Nutzung von Sauerstoff,
waren unterschiedlichere Arten des Lebens möglich.
Es ist, wie immer, das Leben passte sich, mit genügend Zeit, an Umweltveränderungen an,
weil die Evolution, mit der Veränderung Schritit halten konnte.

So wird in der Evolution auch deutlich, dass starre Strukturen immer untergehen. Überleben werden die, die sich anpassen können.
Der darwin’sche Satz : „The survival of the fittest“ bedeutet eben nicht, wie Populisten ihn interpretieren : „Wer die Waffe hat, hat recht !“,
sondern, „Wer sich am besten angepasst hat, überlebt. Und wer überlebt, hat  recht ! :-;-)

Das Überleben der Art, ist der einzige Antrieb und das einzige Kriterium. Es heißt ganz lapidar :
„Sink or swim“ „Friß oder stirb“ „Do or die“ oder wie Chinesen es sinngemäß ausdrücken :

(Xing dong hao shi si wang, Album : „Love Lust Faith“, vor Titel : „Do or die“, Thirty Seconds To Mars)

Das sollte uns dazu bringen, die Natur, von der unser Wohl und Wehe abhängt, auch entsprechend zu behandeln
und eben nicht für ein paar Unzen Gold im Oberlauf in Kauf nehmen, dass die gesamte Tierwelt
und Ansiedler am Unterlauf der Flüsse durch Quecksilber vergiftet werden.

Unsere Gier nach Gold, nach Rohstoffen, nach Edelsteinen, etc. hinterlässt immer größere Schäden an Mensch und Natur.
Das geschieht weit weg von uns und wird nicht thematisiert. D.h. wir sehen das Elend nicht, wir hören nicht in hoher Frequenz davon,
so sehen wir nur Gold, Edelsteine oder Rohstoffe. Werte, die einen nicht am Leben halten können,
Also kümmert es uns nicht, das ist die eingeschliffene Praxis der Rohstoffbeschaffung
auf der Ausbeutung der Menschen und der Landschaft ferner Länder beruht.
Wir gelangen zu Reichtum, während dort ein Leben unmöglich wird (zumindest wird man nicht alt ! 😉 )

Also in dieser dünnen Schicht, spielt sich unser gesamtes Leben ab. Mit diesem Bild vor Augen (Billardkugel), sollten wir uns klarmachen,
wie fragil das System Atmosphäre ist (s. Blog Anthropozän). In ihr haben sich über Jahrmillionen Kreisläufe entwickelt,
von denen unser Leben abhängt und wir zerstören diese, nicht weil wir sie zerstören wollen (das wäre ja einfach),
sondern weil wir die Konsequenzen so gut wie nie erleben und unser Verhalten anpassen können.

Die Industrie beschäftigt ganze PR-, Rechts-, und sonstige –Abteilungen, zahlt eine Armee an Lobbyisten,
von denen einer jetzt Bundeskanzler ist und dessen Kabinett sich aus Vorständen und Vertretern
der fossilen Industrie rekrutiert (s. Lobbycontrol).

Warum also wundern wir uns, wieso wir im Kleinen tun, was Donald J(erk) Trump (s. Donald Jerk Trump) in den USA tut ?
Klimaschutzmaßnahmen werden zurückgenommen, Gasinfrastruktur aufgebaut, Sozialausgaben ins Visier genommen, etc.

“Wir haben den Klimaschutz in den letzten Jahren überbetont !“

Wir tun nicht genug (s. Blog KSG) und eine Gaslobbyistin behauptet, wir bräuchten keinen Klimaschutz
Es geht ihr nicht um das Wohl von uns allen, sondern um das Wohl der Industrie, die genau so lange Gewinn abwirft,
bis der Planet ausgequetscht ist ! Meine Memes dazu :

Aber es soll ja um unsere Atmosphäre gehen, die leider nicht nur von der Industrie verschmutzt wird.
Durch Reifenabrieb, Brandrodung, Hausbrand, etc. tragen alle dazu bei, dass die Atmosphäre mit Aerosolen vollgepackt wird.

Aerosole sind kleinste Partikel, die sich in einem Gas befinden, etwa wenige Nanometer bis zu mehreren zehn Mikrometern groß,
also bis zu 100 000 mal kleiner, als ein Haar.
Sie werden vom kleinsten Lufthauch mitgerissen und bilden die Kondensationskeime für die Feuchtigkeit der Luft.


mit freundlicher Genehmigung von David Nelles, Co- Author des Buches „kleine Gase- Große Wirkung. der Klimawandel“
ISBN 978-3-9819650-0-1

(s. Der Klimawandel)

Sie entstehen durch  Salz- und Staubverwirbelung über dem Meer und z.B. Wüsten, durch Brandrodung, durch Vulkanausbrüche,
Verdunstung in Wäldern, durch Waldbrände, Industrie, Verkehr, Wohnen und Flugzeuge.
Ein Mix aus natürlichen und menschengemachten Aerosolen.

Je mehr Feuchtigkeit an diesen kondensiert, desto größer werden die Tropfen, bis sie zu groß werden
und die Aufwinde nicht mehr ausreichen, um sie in der Schwebe zu halten. Es regnet.
So wird die Feuchtigkeit in Europa über den Ozeanen verdunstet, von den Wäldern aufgenommen,
wieder verdunstet dort und da sie Aerosole (Terpene) produzieren, kondensiert die Feuchtigkeit wieder,
die entstandenen Wolken werden weiter ins Land getragen, regnen über Wald ab und der Kreislauf beginnt von neuem.

Ohne unsere Wälder, gäbe es nur einen küstennahen Streifen, wo die Feuchtigkeit abregnet,
aber es fehlten die Massen an Kondensationskeimen und so würde das Wasser küstennah abregnen und schnell ins Meer zurückfließen.
Zentraleuropa wäre knochentrocken, weil es kaum Feuchtigkeit gäbe, die es ins Landesinnere schafft.

Aber neben dieser verblüffenden „Wasserpumpe“, haben Aerosole noch einen Effekt.
Abgesehen von gesunden und schädlichen Aerosolen, reflektiert die Luftverschmutzung einen erheblichen Teil der Sonneneinstrahlung.
Der sogenannte „global dimming effect“ (etwa weltweite Abdunkelung).

Nun trägt ausgerechnet die Luftreinhaltung zur Erwärmung des Planeten bei, weil Sonnenlicht ungehindert bis auf die Erde dringen
und sie erwärmen kann. Allerdings ist dieser Effekt um einiges geringer, als die positiven Effekte auf unsere Gesundheit,
auf die Wälder (saurer Regen) und die Ozonschicht.

Außerdem sind Aerosole so klein, dass sie von uns eingeatmet werden. Die Effekte der verschiedenen Aerosole auf unsere Lunge
sind noch gar nicht alle klar. Fakt ist, dass unsaubere Luft 2021 weltweit für über 8 Mio Tote verantwortlich war (s, Unicef).

Doch nicht nur Aerosole gelangen so in unseren Körper, auch Mikroplastik wurde schon in menschlichem Gewebe nachgewiesen.
Sind die Partikel klein genug, passieren sie sogar die Blut- Hirn. Schranke,
so ist Mikroplastik auch schon in Hirngewebe nachgewiesen worden.

Luftreinhaltung und Verringerung der weltweiten Luftverschmutzung sollte also uns allen am Herzen liegen,
denn aller Profit ist  nichts wert, wenn man krank wird !

Wir beginnen gerade erst, an der Oberfläche des Verständnisses globaler Zusammenhänge zu kratzen,
doch die Industrie will so schnell wie möglich die weitere blinde Ausbeutung des Planeten,
bevor nachgewiesen wird, welchen Schaden sie damit anrichten.
Denn dann haben sie sich schon jahrzehntelange Rechte gesichert, Außerdem kommen wir für unsere Gesundheitsschäden auf.

Egal was ist, wir sind aus der Natur hervorgegangen und können nur mit einer funktionierenden Natur überleben.
Also macht kaputt, was Euch kaputt macht, es hat keinen Wert auf den Ihr angewiesen wärt !

Um wirklich Wertvolles zu erkennen, nutzt meine Liste alternative Haushaltsmittel, lest meinen Blog Unverzichtbarer Verzicht
und lasst weg, was Ihr nicht braucht. Die derzeitige Industrie wird zum Teil untergehen, sie hat nicht unser Wohl im Sinn,
aber andere Zweige werden entstehen, wenn wir sie nachfragen, und können wachsen.

Is Odil

Und wieder ein Spruch, anderes Thema zwar, aber gut !

Versöhnlichkeit bedeutet,
Vergangeses vergangen sein zu lassen,

Künftiges abzuwarten

und die Gegenwart
anzunehmen.
(David Augsburger)

Unverzichtbarer Verzicht

Heute wird Verzicht mit Mangel gleichgesetzt und ist verpönt.
Dabei birgt Verzicht unendliche Schätze. Denn Verzicht ist nicht gleich Mangel.

Ein Mangel herrscht, wenn etwas nicht oder zu wenig vorhanden
und von außen bestimmt ist (extrinsisch).
Verzicht ist ein bewusstes Weglassen, z.B. einer Gewohnheit, eines Genussmittels, eines „Ticks“,
ist also ein bewusster Vorgang und von innen bestimmt (intrinsisch).

Nicht umsonst ist „Fasten“, also freiwilliger Verzicht aufgrund religiöser Regeln,
unverzichtbarer Bestandteil jeder Religion und die Fastenzeit gilt als eine der heiligsten Zeiten, was die Bedeutung des Verzichtes verdeutlicht.

Die momentane “Zwangsisolation”, kann uns lehren, was uns wichtig sein sollte und was unserer Aufmerksamkeit und Pflege verlangt.
Der große Vorteil ist, wir werden quasi gezwungen, doch es ist zeitlich begrenzt, und beim Wegfall mancher Annehmlichkeit,
wird uns deren Bedeutung für uns bewusster.

Es ist eine schlimme Situation, für manche auch existenzbedrohend oder –beendend (beruflich).
Doch, um nicht zu verzweifeln, müssen wir lachen, uns Ziele setzen, alles für ein „danach“ vorbereiten.

Ich sehe täglich einen beinahe flugzeuglosen Himmel, die Lärmbelastung ist auf Sonntagsniveau reduziert,
die Luftverschmutzung ist ungewohnt niedrig, etc.


Und plötzlich erkennt man, was man zwar zu selten hat, doch vor lauter „Geschäftigkeit“ gar nicht vermisst.
Weil man mit Dingen beschäftigt ist; damit den Schein zu wahren, statt zu Sein.

Die Ruhe des Geistes wird beinahe unmöglich gemacht, ist jedoch für einen gesunden Geist unerlässlich.
Wir wissen genau, was wir nicht wollen, doch verbringen manche ihr Leben damit herauszufinden,
was sie eigentlich wollen.
Wer diese Frage endgültig beantworten kann, ist frei.

Es geht weniger um den Verzicht als solches, also um „einen Mangel an …“,
als vielmehr um die vielfältigen Strategien die man entwickelt, um trotzdem glücklich zu sein.

Und zwar Strategien um, ohne das weggefallene Mittel der Zerstreuung, klarzukommen.
Einfach mal Pause machen, innere Ruhe einkehren lassen und mit dem Menschen klarkommen, der uns für immer begleitet,
uns selbst.

Die Konsumgesellschaft wehrt sich vehement gegen jede Art von Verzicht, da ein Bewusstwerden der Sinnlosigkeit vieler Dinge und Zerstreuungen nichts anderes bewirken, als bewussteren Konsum.
Also die Frage: „Brauche ich das wirklich ?“
Das ist nicht „absatzfördernd“, und somit ungewollt.

Im Grunde ist es also nicht die Notwendigkeit zu konsumieren, um zu überleben, wie es „normal“ wäre, sondern ein gelerntes und gewolltes Verhalten, ausgelöst durch eine suchtprovozierende Industrie.

Die Vorteile von Konsumverzicht, auch durch zeitweiliges Fasten, sind vielfältig:

  1. Man lernt, dass Verzicht nicht existenzbedrohend ist,
    denn man lernt, mit dem Verzicht zu leben
  2. Durch die Übernahme der Kontrolle über das eigene Leben, wird dieses reicher und befriedigender.
  3. Verzicht verschiebt die Grenze des „Aushaltbaren“ nach oben, da nicht sofort die Existenz bedroht ist.
    Die „Frustrationstoleranzgrenze“ steigt.
  4. Man lernt, seine Ziele weiter zu stecken, da man genug „Zeit“ hat, die man sonst mit Zerstreuung vergeuden würde.
  5. Ein Gefühl der Freiheit zu denken entwickelt sich, da man sich aus einer Abhängigkeit löst.
  6. Durch die Erfahrungen, kann man momentane Aufgaben fertigstellen, ohne zu einer Triebbefriedigung „gezwungen“ zu sein, man wird zunehmend gelassener.
    Es entsteht so weniger ein Gefühl der Eile, die zu unbefriedigenden Ergebnissen führt.
    Prioritäten werden anders gesetzt.
  7. Man lernt, sich auf das Leben zu konzentrieren und zu reflektieren,
    denn jede Navigation beginnt mit der Standortbestimmung.

Ich betone noch einmal:
Es ist keine Aufforderung zu, oder ein Schönreden von Armut !
Durch den Verzicht auf „Ersatzbefriedigung“, die Beschäftigung des Geistes, kann der Geist wieder das ganze Hirn nutzen und man kommt auf Ideen, die sonst in der geistigen Geschäftigkeit untergehen
(konstruktive Hektik, ersetzt geistige Windstille).
„Live is what’s happening, while you’re making plans“ (Zitat: John Lennon)

Das ist keine Predigt auf alles zu verzichten und zu glauben, man werde dadurch freier.
Alleiniger Verzicht ist Mangel, den man beheben sollte und führt zu Zwangsneurosen.
Man sollte Verzicht üben (Üben im wahrsten Sinne), nicht etwa verzichten müssen.

Spaß ist das Wichtigste und Zerstreuung ist unabdingbar, um nicht ins Grübeln zu geraten.
Das macht unser Leben aus.
Das Klarkommen mit Verzicht, schult unsere Lösungsstrategien.

So hat ein „Fastender“ immer eine Alternative, da er nicht abhängig ist von der Erfüllung dieses einen Wunsches
und nicht an ihm festhalten muss.

Es ist nur ein kleiner Teil, achtungs- und respektvollen Lebens.
Alleine dadurch wird man nicht erleuchtet oder so.
Aber das Bewusstsein wird verändert und vieles verliert an Bedeutung,
Essentielles jedoch gewinnt an ihr.

May all beings be happy !

Is Odil

Ein Kalenderspruch:

Die Hauptkunst beim Erziehen ist
überhaupt nicht das Tadeln und Schelten,
sondern das Erleichtern des Weges zum Guten.

Man muss im anderen den Wunsch erregen,
das Rechte zu tun.

Aufrichten muss man ihn, nicht niederschlagen !“
(F.W.Foerster)