Feuer
Feuer
Hier geht es um die Urkraft des Feuers. Vorweg, auch dies ist ein umfangreiches Thema,
denn Feuer hat viele Erscheinungsformen und die Nutzbarmachung des Feuers
hat uns einen enormen Aufwind verschafft.
Sie hat uns unsere Nahrung besser verwerten lassen, hat dadurch die Entwicklung des Gehirns
und damit unserer Fähigkeiten angestoßen, hat die Industrialisierung ermöglicht, etc.
Und doch hat uns Feuer, d.h. wir, durch den exzessiven Gebrauch, und oft genug Missbrauchs, der Möglichkeiten in die Situation gebracht,
der wir uns jetzt gegenüber sehen. Wir müssen uns so schnell wie möglich von jeglicher fossilen Verbrennung verabschieden,
sonst haben wir keine Zukunft. Nebenbei bemerkt, jede Industrie, die die weiter auf Verbrennung fossiler Stoffe beharrt,
hat keine Zukunft, sie darf keine haben, denn sonst haben wir alle keine gute !
Sie werden nicht müde, den Untergang unseres Wohlstandes zu propagieren :
„was das wieder Arbeitsplätze kostet !“
Und meinen damit ihren Reichtum.
Aber Arbeitsplätze sollten unser kleinstes Problem sein ! Denn :
Dann ist Essig für uns alle !
Alle Sparten müssen jetzt einen Weg finden, ohne Verbrennung von fossilen Energieträgern, an Energie zu kommen,
denn wir benötigen Energie ! Ein gangbarer Weg wäre die, schon erwähnte, Verbrennung von Eisen in Pulverform.
(s. Blog Endlos u.a.)
Es ist eine kohlenstofffreie Energiequelle, die im sonnenärmeren Norden genutzt werden kann, wo der größte Energiebedarf herrscht,
weil dort die meiste produzierende Industrie ist, und in sonnenreichen Gebieten wieder mit grüner Energie (Solarenergie)
„aufgeladen“ (reduziert) werden kann.
Dieser Vorgang ist im Gegensatz zu fossiler Verbrennung unendlich wiederholbar,
während Verbrennung nur Asche und nicht weiter nutzbare Stoffe hinterlässt.
Es wäre ein CO2 freier Kreislauf, der eine riesige Reduktion der CO2– Emissionen bewirkte.
Das CO2 Problem mit dem Transport, wird sich auf gleiche oder andere Weise lösen lassen.
Dann wäre es ein CO2 freier Kreislauf, bei dem wir hier die Energie nutzen könnten,
die anderswo ungenutzt auf die Erde strahlt.
Wir könnten bestehende Kraftwerke leicht umbauen, denn die Verbrennung von Kohlestaub ist sowieso Stand der Technik.
Also könnte man mit geringen Umbauten auch Eisenpulver verbrennen.
Aller Reichtum dieser Welt ist nichts wert, wenn wir ums Überleben kämpfen müssen. Fossile Verbrennung hat so viel Geld generiert,
dass es ein Leichtes wäre, unser Gesundheitssystem, unsere Infrastruktur, nicht weniger als die Welt für uns angenehm zu gestalten,
wenn sie an den von ihr verursachten Kosten beteiligt würden (Stichwort Vermögenssteuer).
Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Industrie nicht zusammenbricht oder auswandert,
wenn sie an den Kosten beteiligt würde. Sie würden nicht lange so viel zahlen,
denn sie wären selbst daran interessiert, uns Verbraucher gesund zu halten.
Es bestünde eine sogenante „Lenkungswirkung“, denn gut und gesund ist besser als verkaufsfördernd und ungesund !
Und schwupps, werden ehrliche Lebensmittel angeboten ! Na also, geht doch !
Ich erinnere nur an das Trinkhalmverbot. Übergangslos gab es Dauertrinkhalme mit Reinigungsbürste,
die bei pfleglichem Umgang beinahe „ewig“ halten. Ein Gewinn für alle Verbraucher
und kein Trinkhalmhersteller ist deswegen bankrott gegangen, wie von der Industrie aufs Tapet gebracht.
Anständige Lebensmittel sind das A und O für ein gesundes Leben.
Aber zurück zum Feuer. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass Millionen Jahre vergingen,
bevor überhaupt die ersten Flammen auf der Urerde entstehen konnten. Schließlich war es anfangs ja glühend heiß,
denn die Erde war eine Zusammenballung flüssiger Lava (s. Blog Luft)
Aber die Stoffe für eine fossile Verbrennung fehlten. Denn zur fossilen Verbrennung braucht es Sauerstoff in genügend hoher Konzentration,
Brennstoff und einen „Zündfunken“, um die Verbrennung zu starten.
Weder Sauerstoff noch Brennmaterial waren vorhanden. Zuerst musste sich Leben entwickeln, um diese zu produzieren.
Doch Leben entsteht nicht im Trockenen, nur Wasser und glühende Lava passen nicht zusammen.
Außerdem gab es auf der Urerde noch gar kein Wasser.
Alles Wasser kam durch Milliarden Jahre langes Bombardement mit Asteroiden auf die Erde.
Vulkanausbrüche förderten es an die Oberfläche, so dass es sich, nachdem die Erde soweit abgekühlt war, sammelte.
So entstanden erstmals Meer und Land. Doch das Land war kahl, ohne irgendeinen Bewuchs,
also auch ohne brennbares Material.
Es brauchte Millionen Jahre, bis sich das Leben so weit entwickelt hatte, dass sich das Stoffwechselprodukt Sauerstoff im Wasser anreicherte.
Wo er erst Gesteine, Erze, etc. oxidierte, bevor er schließlich in die Atmosphäre entwich.
Leben hat sich also zuerst anaerob (ohne Sauerstoff) entwickelt und hat als „Abfallprodukt“ Sauerstoff ausgeschieden.
Dieses „Zellgift“ reicherte sich in der Atmosphäre an und stellte das Leben vor neue Herausforderungen.
Allerdings dauerte es Millionen von Jahren, in denen die Sauerstoffkonzentration langsam anstieg,
sich die Umweltbedingungen also änderten. Die Evolution hatte so genug Zeit, sich anzupassen.
Heute sieht es allerdings ganz anders aus, wie das Schaubild zeigt :
(CO2 Konzentration ab 1750)
Hier stieg die Konzentration des Treibhausgases CO2 , seit der industriellen Nutzung des Feuers
innerhalb von nur 150 Jahren steil an.
In geologischen Maßstäben ist das nicht einmal ein Wimpernschlag.
Weder wir, noch die Natur können sich schnell genug an die dadurch sprunghaft steigenden Temperaturen anpassen.
Alle ökologischen Systeme haben sich an eine recht konstante Temperatur angepasst.
Hier eine Graphik, die die durchschnittliche Temperatur der Erde bis vor 1 Mrd Jahren zeigt.

Graphik aus dem Buch „kleine Gase- große Wirkung“
mit freundlicher Genehmigung von David Nelles (Co- Autor).
(s. Der Klimawandel)
Bis vor etwa 1 Mrd Jahren gab es noch ziemlich starke Schwankungen, weswegen sich das Leben auch immer wieder herausgefordert sah.
Vor etwa 1 Mio Jahren bis vor ca. 10 000 Jahren, war es eher kalt, aber die Schwankungen waren nicht mehr so extrem.
Seither herrscht ein ziemlich gleichmäßiges Klima auf der Erde, also haben sich alle Ökosysteme, atmosphärische Strömungen
(Wetter [s. Blog Anthropozän]), Ozeane, Wälder, Böden, das Leben, etc. an diese Bedingungen angepasst.
In vielen meiner Blogs (Anthropozän; Boden gut machen; Boden; AMOC; Hiob; Motherf…..; Big brother, der Blog;
Erkennen; Sammelsurium; One; u. a.) beschreibe ich die tieferen Zusammenhänge.
Schaut’s Euch an, lest, versteht und tut das Richtige !!!
Aber zurück zum Feuer, ich schwafel schon wieder ab 😉 .
Nachdem sich also nach Jahrmillionen neues, Leben entwickelte, das Sauerstoff nutzen konnte, dauerte es noch Millionen Jahre,
bis sich das Leben vom Ozean auf das Land begab, schließlich dort siedeln konnte und Pflanzen im heutigen Sinne entwickelte.
Sie reicherten die Atmosphäre weiter mit Sauerstoff an, verloren Blätter, starben ab, vertrockneten, …
und so war erstmals genügend brennbares Material in einer sauerstoffreichen Atmosphäre vorhanden.
Es konnte also losgehen mit dem Feuer. Fehlte nur noch der „zündende Funke“. Da ja die Temperaturen vor Mrd Jahren stark schwankten,
war auch die Atmosphäre sehr energiegeladen und häufige Gewitter sorgten für Blitze, die das trockene Pflanzenmaterial entzündeten.
Buschfeuer entstanden, als neue Herausforderung für das Leben. Denn für das Leben existieren keine „Probleme“, es kennt nur Lösungen,
Irrtümer überleben nicht und die Evolution hat ewig Zeit. So entstanden eben mit der Zeit Anpassungen bei Pflanzen und Tieren.
Manche Pflanzen (Pyrophyte s. Wikipedia) und Tiere sind geradezu auf wiederkehrende Feuer angewiesen.
Nur als Beispiel, viele Bäume haben eine extrem widerstandfähige Rinde und deren Zapfen öffnen sich erst,
nachdem Feuer sie getrocknet haben, geben die Samen frei, die auf fruchtbare Asche fallen
und ohne Konkurrenten keimen können.
Beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche (im Sinne der Evolution) Vermehrung. Auch manche Käfer haben Infrarotsensoren,
um Buschfeuer in kilometerweitem Umkreis auszumachen, dorthin zu fliegen, sich zu paaren
und ihre Eier in Totholz, ohne Abwehr und ohne Konkurrenz ablegen zu können, um den Fortbestand ihrer Art zu sichern.
Dies sind nur beispielhafte Anpassungen der Natur an die, in unseren Augen, zerstörerische Kraft des Feuers.
Es gäbe noch viel zu sagen, aber es soll erst einmal genügen. andere Zusammenhänge werden hie und da eingestreut,
denn die Evolution macht aus jeder Not, eine Tugend, indem sie die Vorteile nutzt.
Nicht nur aufstehen ist wichtig, sondern die darauffolgende Anpassung an die Umstände, die einen zu Boden warfen.
Das können wir (nein, müssen wir) von ihr lernen.
Is Odil
Heute wieder ein „unpassender“ Spruch in meinem Kalender, einen mit dem Thema Feuer gibt es nicht in meiner Sammlung,
dafür einen über den Tod, den ja Feuer bringt und die Phönixartige Wiederkehr des Lebens :
„Der Tod ist kein Absturz ins Nichts,
sondern eine Umwandlung
in ein anderes Sein.“
(Jakob Böhme)
und 

