Das Titelbild (aufgenommen in einem „Urlaub“ [ich kann mir ja keinen leisten]) zeigt, um was es diesmal gehen soll.
Wer meine Blogs verfolgt hat weiß, dass ich am Thema Wasser nicht vorbei komme.
Mein schon lebenslanges Interesse, führte dazu, dass ich eine Ausbildung zum Techniker
für Wasser- und Abfallwirtschaft „genossen“ (wegen des Wasserinputs)
und quasi nebenher eine Anglerprüfung abgelegt habe.

Mein fleisch- und fischloses Leben hat also einen Hintergrund und entstand durch Erfahrung und Nachdenken
(was ich sowieso allen nahe legen würde [s. Blog Trotzdem]).
Mein Interesse galt hier eher dem Naturerlebnis, denn man war „gezwungen“, sich an einem Gewässer einzurichten.
Das war ein völlig anderes Erleben, als nur im Vorbeilaufen die Landschaft zu genießen.

Dadurch, dass ich sowieso für diese Themen sensibilisiert bin, stach mir der Bericht eines Fischers
über die Wandlung seines Gewässers ins Auge.

Ein Fischer ist gewissermaßen ein Jäger und auf der „Jagd“ nach Wasserlebewesen.
Er bewirtschaftet ein Gewässer, doch anders als ein Landwirt, der sich das Land „Untertan“ macht
und dessen Ernteerfolg vordergründig von technischem Fortschritt abhängt,
ist ein Fischer viel näher dran an der Natur, denn er ist abhängig von dessen Zustand.
Einflüsse, irgendwo im Einzugsgebiet, haben direkte Auswirkungen auf das Gewässer
und damit auf Flora und Fauna desselben.

Natürlich, und das vergisst man nur allzu leicht, hat die allgemeine Klimaerhitzung
auch erheblichen Einfluss auf den Wasserkreislauf und die Gewässer.
Damit natürlich auf Fischer, Angler und sonstige „Wassernutzer“ !

Gerade an Gewässern, sind die großen Zusammenhänge sichtbar. Fast unbemerkt von uns geschieht in der Natur „nie Dagewesenes“.
Durch Dürreperioden im Sommer, bleiben Hochwässer aus. Dadurch gibt es weniger Feuchtgebiete, die lang genug feucht sind,
für die Vermehrung von z.B. Stechmücken.
Frühjahrshochwässer sind auch entscheidend für die Fortpflanzung der Hechte, die die überschwemmten Wiesen zur Eiablage nutzten.

Vordergründig würden wir es begrüßen, denn die „Plagegeister“ sind weniger zahlreich und dadurch weniger lästig,
das Schrumpfen der Hechtpopulation fiel uns gar nicht auf. Aber, wie immer wenn wir schnell denken (s. wieder Blog Trotzdem),
sind nicht wir das Maß der Dinge.
Nicht was uns angenehm erscheint, ist auch gut, denn dadurch fehlt Futter für viele Tiere,
die sich in Jahrmillionen auf die Verfügbarkeit dieser Insekten eingestellt haben.

Einerseits haben Vögel weniger Futter und können weniger Nachwuchs durchbringen. Das merken wir, wenn wir aufmerksam horchen,
am eintönigen und vergleichsweise leisen Vogelkonzert.
Was wir allerdings weder hören, noch vor Augen haben, sind die Überlebensversuche der Fische.

Das wirkt sich auf die Fangquoten der Fischer aus. Und nicht nur auf die reine Anzahl der Fische, auch die Arten ändern sich.
Es gibt die (absurde) Unterteilung in edle und unedle Fische, die nur unseren Genuss berücksichtigt
und somit nichts über den ökologischen Wert einer Art aussagt.

Sogenannte „edle“ Fische sind in meist kälteliebend und damit auf einen hohen Sauerstoffgehalt angewiesen.
Doch genau der ändert sich beständig zum Schlechteren.
Seit den 80ern sind heimische Seen im Schnitt etwa alle 10 Jahre um 0,3° C wärmer geworden
(Quelle: Rita Adrian, Leibnitz- Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei [IGB]).
Dadurch ändert sich nicht nur die Fauna hin zu unedleren Fischen, auch die Flora verändert sich und damit der Eintrag ins Gewässer.

„Profiteure“ der Klimaerhitzung sind Brassen (regional auch als Brachsen, Brachsme(n), Bresen, Pliete oder Blei bekannt).
Diese Fische sind mit dem Karpfen verwandt, haben aber viele große Gräten,
so dass sie teilweise abfällig „Klodeckel“ genannt werden und als untauglicher Beifang galten,
der dem Gewässer entnommen werden muss, aber oft „vergraben“ wurde.

Aber sie kommen, wie Karpfen auch, mit wenig Sauerstoff zurecht.
Karpfen und andere „Gründler“, die ihre Nahrung auf dem Seegrund suchen,
haben sich an das dort vorherrschende sauerstoffarme Milieu angepasst.
Folglich kommen sie auch besser damit zurecht, als kälteliebende Fische (kaltes Wasser enthält mehr gelösten Sauerstoff ! A.d.R.)

Nicht nur die gesamte Gewässerökologie wandelt sich durch die Erhitzung,
auch die meisten Fische leiden unter Nahrungsknappheit.
So sind im und am Gewässer andere Pflanzen zu finden, durch die Erhitzung des Wassers,
kann dieses weniger Sauerstoff oder Kohlendioxid speichern.
Beide Gase verflüchtigen sich und das CO2 belastet zusätzlich die Atmosphäre.

Zudem, verdunstet mehr Wasser, der Wasserspiegel sinkt und ehemals nasse Uferzonen fallen trocken,
womit die Zersetzung des dortigen organischen Materials vorangetrieben wird,
die wiederum den gebundenen Kohlenstoff freisetzt.

So werden Seen, trockene Flussbetten oder tauender Permafrost und trockengelegte Moore zu CO2 Emittenten.
All das bisher darin gespeicherte CO2 gast aus und wer meine Blogs gelesen hat weiß,
gerade Permafrostböden und Moore speichern enorm viel CO2. Zur Einschätzung:
Moore machen nur 3 % der weltweiten Fläche aus, speichern aber rund ein Drittel des weltweiten CO2s (s. Nabu).
Leicht kann man sich vorstellen, was passiert, wenn die bisherige Tendenz so weiter geht.

Bisherige CO2 Senken, werden zu CO2 Schleudern und das weltweit.
Jeder See, der sich erwärmt, jeder tauende Permafrostboden und jedes trockengelegte Moor, gibt CO2 in die Atmosphäre ab.
Und das in relevanten Mengen, denn wie schon erwähnt, speichern Moore rund ein Drittel des CO2s.
Das ist eine „Hausnummer“ und nicht zu unterschätzen.

Wir müssen endlich das Ganze sehen und wieder verinnerlichen, dass jede unserer Handlungen
einen größeren Effekt auf andere Gleichgewichte hat, als wir uns laienhaft denken können.
Im Falle eines stehenden Gewässers (wie Seen), können wir bemerken, dass unser fossiler Hunger,
denn unser „Wohlstand“ ist durch fossile Energien bedingt, Einfluss auf das Ökosystem See hat (auf den gesamten Wasserkreislauf).
Die weltweite Temperatur, lässt sich z.B. anhand der Meeresoberflächentemperatur darstellen.

War die die Temperatur der Meeresoberfläche das gesamte letze Jahr zu warm,
wird sie jetzt bereits getoppt :


Rot                        = 2023
Schwarz               = 2024

Grob skizziert, gibt es, in einem See, im Sommer eine Schichtung in Oberflächenwasser und Tiefenwasser.
Sie sind durch die sogenannte Sprungschicht voneinander getrennt. Je wärmer es wird, desto undurchdringlicher ist diese Schicht.
Es findet kein, oder immer weniger, Stoffaustausch statt.
Im Tiefenwasser wird der Sauerstoff durch die Zersetzung organischer Stoffe verbraucht,
es ist somit sauerstoffarm, aber kalt. Im Oberflächenwasser hat es Sauerstoff, aber es ist warm.
Es kann zwar sehr viel weniger Sauerstoff speichern, aber er ist vorhanden.

Kälteliebende Fische haben also die Wahl zwischen kühl und kaum Sauerstoff in der Tiefe,
oder warm, mit wenig Sauerstoff im Oberflächenwasser.
Das geht nicht lange gut, aber sie können ja nicht ausweichen, denn so ein See ist eine Welt für sich, die sich mit der Umwelt verändert.
Nicht nur wir leiden unter extremer Hitze und extremem Wetter.
Die ganze Natur ist ihm quasi schutzlos ausgeliefert und welche Spezies nicht andere Wege findet, zu Überleben, stirbt aus.

Aber so ein See hat noch andere Merkmale, so gibt es im Herbst und im Frühjahr durch auffrischende Winde eine Vollzirkulation des Wassers
und die Nährstoffe, der Sauerstoff und die Temperatur werden im See verteilt.
Das bedeutet im Klartext, dass der wenige Sauerstoff der im Oberflächenwasser gelöst ist,
nun im ganzen See verteilt wird, wodurch der relative Sauerstoffgehalt weiter abnimmt.

Durch die zunehmende Eutrophierung (Verlandung) des Sees, gelangen mehr organische Stoffe auf den Grund
und verbrauchen bei ihrer Zersetzung zusätzlich Sauerstoff.
Algenblüten nehmen durch den Düngereintrag zu und verbrauchen bei ihrer Zersetzung dann
schlagartig den restlichen Sauerstoff, so dass die meisten Fische ersticken. Der See kippt um.

Lediglich im Winter erfolgt weder eine Schichtung, noch eine Durchmischung, es ist im wahrsten Sinne nichts los.
Ist es ausnahmsweise kalt genug, friert der See zu.
Aber ohne Schnee, der das Eis bedeckt, heizt die Sonne das Wasser schneller auf,
so dass die Phasen einer Vereisung immer kürzer werden. Der See ist also zu früh und zu lange, viel zu warm.

Es ist zwar immer noch derselbe See, aber bei Weitem nicht der gleiche. Er wird ein völlig anderes Gewässer mit einem anderen,
wie Fachleute es nennen, thermischen Regime. Und alle, Tiere, Pflanzen und der Mensch, sind davon betroffen.
Nur dass es viele Pflanzen und Tiere das Leben kostet, den Menschen nur seine wirtschaftliche Sicherheit.

Na ja, obwohl, ohne funktionierende Natur, haben wir auch nichts zu lachen. Die „Reinigungsleistung“ der Ökosysteme nimmt immer mehr ab
so dass wir immer schlechteres Wasse, immer schlechter Lebensmittel und immer schlechtere Luft zur Verfügung haben.
Denkbar schlechte Voraussetzungen, um zu überleben.

Da hilft auch keine Technik, keine Erfindung des MEnschen kann die NAtur auch nur ansatzweise ersetzen !

Arsch hoch, bevor uns die Industrie kaputtgewirtschaftet hat !

Is Odil

Eine kleine „Schulung“ für unseren Umgang miteinander:

Gut zuzuhören ist eine Übung
der Aufmerksamkeit und damit
notwendigerweise
harte Arbeit (an sich. A.d.R.).

Weil sie das
nicht erkennen
oder weil sie diese Arbeit
nicht auf sich nehmen wollen,

sind die meisten
Leute keine guten
Zuhörer.
(M. Scott Peck)