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Hoppla, geirrt. Als ich gestern nach meinem Skript für den Blog schaute, verwechselte ich einen bereits geschriebenen
Blog mit dem Neuen. Also muss ich jetzt völlig unvorbereitet diesen Blog schreiben.
Hoffe, Ihr habt Nachsicht mit mir, wenn etwas nicht so ist, wie gewohnt.

Wie  im letzten Blog schon angedacht, berichte ich über Erfolgsgeschichten. In meinem Blog Schlüsselarten +,
habe ich den Sachverhalt erklärt, dass es sogenannte Schlüsselarten gibt, die alleine durch ihr Vorhandensein,
die Vielfalt eines ganzen Ökosystems positiv beeinflussen.
Dafür gibt es den Begriff der „trophischen Kaskade“ (Kaskade des Lebens ! A.d.R.).

Ein Beispiel dafür, ist die erfolgreiche Wiederansiedelung des Wolfes. Ja, es gibt unbestreitbar das Problem der Herdenrisse.
Das lässt sich aber drastisch verkleinern, indem man angestammten Tieren wie dem Wolf einen Platz im Ökosystem gewährt,
was die grundsätzliche Einstellung ändert, und wenn man Herdenschutzhunde in die Herde integriert.

Ersteres sorgt dafür, dass man versucht MIT dem Wolf (der Natur) zu leben und ihm seinen Platz zugesteht.
Dann lernt man, effektivere Maßnahmen zu ergreifen, statt ihn abzuschießen.
Denn junge Wölfe, lernen von älteren Wölfen. Reisst nun ein Wolf ein Herdentier, bringt er den Jungen bei,
dass diese Tiere leichte Beute sind und sie gliedern die Herde in ihr „Beuteschema“ ein.
Heißt, junge Wölfe sehen Herdentiere als ihre Beute an.

Sind Herdenschutzhunde vorhanden, lernen junge Wölfe, dass es Ärger einbringt, wenn man die Tiere als Beute sieht.
Erlegt man jedoch den „Problemwolf“, kann er keine schlechten Erfahrungen an sie weitergeben und so
wird der eine oder andere Wolf wieder und wieder sein Glück versuchen, und es entwickelt dich ein anwachsendes Problem.

Das mal zur „Wolfsproblematik„. Andererseits haben Wölfe einen erheblichen Einfluss auf das gesamte Ökosystem,
denn nimmt die Zahl der Wölfe zu, reduziert sich die Anzahl des Wildes.
Dadurch geht der Verbiss an jungen Bäumen zurück und es ereichen mehr Bäume eine Größe, die sie davor schützt.
Der Wald kann sich regenerieren. Durch mehr vielfältigen Wald, erhöht sich die Zahl der ökologischen Nischen
und die Biodiversität nimmt zu.

Duch das Wachsen der Biodiversität, können mehr Vögel überleben und dadurch, dass der Wolf den Koyoten verdrängt (wo es den gibt),
nimmt die Zahl der Hasen und Kleinsäuger zu, was wiederum einen Anstieg der Greifvogelpopulation zur Folge hat.

Manche werden es wohl verfluchen, denn sie sehen nur „Problemwölfe„, sollten sich aber Gedanken darüber machen,
WIE man mit dem Wolf leben kannund lösungsorientiert ganzheitlich zu denken.
Die Risse lassen sich eindämmen (s.o.), der reflexartig geforderte Abschuss, vergrößert das Problem nur noch
(woher kennen wir das, ach ja, von Klimaanlagen !), denn die positiven Wirkungen auf das Ökosystem kehren sich ins Negative,
schießt man ein Problem „weg“. Dadurch entstehen so mannigfaltige und unbeherrschbare Probleme, dass ein geringer Verlust,
so tragisch er ist, sehr viel weniger wiegt, als die steigende Qualität des Lebensraumes.
So hat das Vorkommen des Wolfes Einfluss auf alle möglichen Tiere und im Endeffekt auf die Greifvogelpopulation.

Ein anderes Beispiel für eine trophische Kaskade ist die tragische Geschichte des Haies. Kulturell und durch den Film „der weiße Hai“
(später bedauerte Spielberg diesen Film), sehen wir Haie, wie alle größeren Raubtiere, als Bedrohung, die man „beseitigen“ muss.
Ich kann mich an einen Comicstrip, erinnern, das diesen Geist gut darstellt.
Es sind drei Bilder, allesamt recht steril, apokalyptisch und düster gehalten (es herrschte damals“Endzeitstimmung“).
Auf dem ersten sah man einen Großvater mit einem Kind laufen. Auf ihrem Weg sproß eine Pflanze durch die Gehwegplatten.

Ängstlich fragte das Kind seinen Großvater : „Huch, was ist das ?“ Im zweiten Bild sah man den Großvater neben der Pflanze knien
und hörte ihn sagen : „Keine Angst, es ist ein Bäumchen .“
Das Kind rief ängstlich : „Iiiiiih, mach’s tot !“

In diesem Bewusstseinszustand verharrt der, der ein Problem nicht löst, sondern „aus den Augen schafft“.
Davon müssen wir uns trennen und das Problem erkennen, um es dann zu lösen !

Das mal als „Zwischenbemerkung“,  nun aber zurück zur trophischen Kaskade einiger Haie. Schützen wir Haie und nimmt deren Population zu,
jagen sie u. A. auch Barracudas, so dass diese dezimiert werden.
Dadurch, dass es weniger Barracudas gibt, nimmt die Population der Papageienfische zu.
Papageienfische weiden wiederum den Algenbewuchs auf Korallen ab. Dadurch können Korallen besser wachsen.

Haischutz ist also Korallenschutz, Korallenschutz ist auch Küstenschutz/ Klimaschutz/ …
In Riffen gehen die Rückkopplungen weiter (angefangen beim „Kinderstubeneffekt“, …),
so dass man nichts isoliert betrachten kann, schon gar nicht, wenn man ein Problem lösen will.

In vielen meiner Blogs, habe ich Rückkopplungen beschrieben. genau so haben trophische Kaskaden eine,
sich verstärkende, Wirkung auf ganze Ökosysteme.
Noch ein Beispiel ist die Walpopulation. Durch den konsequenten Schutz und dem Stopp der industriellen Bejagung,
haben sich die Walbestände erholt. Dadurch werden lokal vorkommende Nährstoffe im Ozean verteilt.
Ozeane werden dadurch gedüngt und das Phytoplankton vemehrt sich. Dieses ernährt kleine Fische, diese größere Fische,
und damit wieder Wale, die wiederum die Nährstoffe rund um den Globus transportieren.

Der Einbruch der Walpopulationen, hatte enorme Auswirkungen auf das gesamte „aquatische Ökosystem
(die wassergebundene Lebensgemeinschaft A.d.R.).
Alle Erkenntnisse aus der Naurbeobachtung sind hoffnungsvolle Zusammenhänge, die F. Schiller meinte, als er sagte :

Der kluge Mensch,
macht sich die Natur
zum Freund !“

Angesichts all der Erkenntnisse der Wissenschaft, ist es mir schleierhaft, wie Menschen doch ihren eigenen Interesse zuwiderhandeln.
Das geht nur, wenn man ihn verblendet und gar nicht zur Vernunft kommen lässt.
(s. Blog Smart)

So, jetzt bin ich „ausgeplaudert“ 🙂 .

Is Odil

Lustige Koinzidenz (Gleichzeitigkeit A.d.R.) ist der heutige Spruch im Kalender :

Wenn das Leben keine Vision hat,
nach der man sich sehnt,
die man verwirklichen möchte,

dann gibt es auch kein Motiv,
sich anzustrengen.
(Erich Fromm)

(Maxi Jazz in „Reverence“).