Na, fällt Euch was auf ? Richtig, da fehlt das Dach. Vor Kurzem sah ich wieder eine Sendung Maithink X
(sehr zu empfehlen), in der Frau Dr. Mai Thi Nguyen Kim einen absurden Vergleich anstellte,
um unser Dilemma zu verdeutlichen.
Wir „sparen“ uns unser Dach, denn wir haben kein Geld dafür. Alle werden jetzt den Kopf schütteln und denken,
„was für ein Blödsinn !“ oder „an falscher Stelle gespart !“ . Aber genau das machen die Politik und die Industrie
(in D. die Industriepolitik).

„Eat the rich ?“ „Feed the rich !“
Die Industrie hat kein Interesse an verstärktem Klimaschutz, sie unterliegt dem „Expansionsimperativ“
(dem Zwang zum Wachstum A.d.R.) und für sie zählen nur Verkaufszahlen.
Mehr zum „Expansionsimperativ“ :
(s. Shoshana Zuboff)
All unsere Bemühungen, den Schäden der letzen Jahrzehnte hinterher zu hecheln, laufen ins Leere,
denn da wir ja das Dach, den einzig wirksamen Schutzschirm für alles, gespart haben,
treffen uns die Naturgewalten empfindlich.
Es ist vergleichbar mit der steigenden Flut, die unsere mühsam errichtete Sandburg verschluckt.
Frau Dr. Mai Thi Nguyen Kim (nicht dass sie Wert auf den Titel legte, es ist einfach eine kleine Respektsbezeugung von mir)
stellte mal eine simple Rechnung auf :
Vorbeugende Klimaschutzmaßnahmen sind teuer, ohne Frage. Sie kosteten uns etwa 2-3 % des BIPs.
Zu erwartende Klimaschäden, belaufen sich aber auf 15- 20 % des BIPs. Hier als Meme :
Text wie oben !
Alleine die Dürrejahre 2018 und 2019, verursachten Schäden in Höhe von 35 Mia Euro. Doch Dürren häufen sich,
und damit auch Überschwemmungen. Abwarten ist also die denkbar schlechteste Option.
Hört sich im ersten Moment zwar paradox an, aber Dürre führt zu mehr Dürren.
In einer Sendung hat sie es ganz einfach veranschaulicht :

Zwei Gläser Wasser wurden umgedreht auf verschiedene Böden gestellt.
Auf dem trockenen Boden versickerte es sehr, sehr langsam,
auf dem feuchten, lebenden Boden dagegen etwa achtmal schneller.
Es ist also mit Regen, der ja immer stärker wird, nicht automatisch alles gut.
An diesem Beispiel sieht man deutlich, dass die Art der Bewirtschaftung unserer Böden darüber entscheidet,
ob es talabwärts zu Überschwemmungen kommt, oder nicht (s. Blogs Boden gut machen und Boden)
Die konventionelle Art unserer Bewirtschaftung führte dazu, dass keine Pflanzenreste auf dem Feld verbleiben,
die zur Humusbildung beitragen könnten. Doch je weniger Humus im Boden ist,
desto eher leiden angebaute Pflanzen unter Mangel, den wir mit künstlichen Düngern auszugleichen versuchen.
Dazu noch wurde, da wir ja industriell Fleisch erzeugen, Gülle auf die Böden ausgebracht.
Sicher hatte es kurzfristig den Effekt einer Überversorgung und die Pflanzen gediehen besser,
aber langfristig vergiftet das Überangebot an Nitraten unser Trinkwasser,
denn das Übermaß sickert in tiefere Bodenschichten und vergiftet unser Trinkwasser.
Außerdem ist Dung seit Menschengedenken ein Mittel, um Bienenkörbe, Lehmbauten, etc. witterungsbeständig
und wasserabweisend zu machen. Wir überziehen unsere Felder, die aufgrund der Dürren sowieso wenig versickern können,
zusätzlich mit einer wasserabweisenden Schicht. So sind die katastrophalen Überschwemmungen
Ergebnis einer rücksichtslosen Bewirtschaftung, die ausschließlich auf Quantität, statt Qualität setzt.
Wann kapieren wir endlich, dass wir so nicht weitermachen können ?
Noch einmal sei hier der Wasserkreislauf erklärt, der aufzeigt, wieso es kaum noch zur Grundwasserneubildung kommen kann.

Aus Maithink X, die Show.
Ohne uns Menschen, verdunstete das Wasser, bildete Wolken, die das Wasser transportieren
und gegebenenfalls über Land abregnen. Dort wird es entweder von Pflanzen genutzt und verdunstet,
was zur erneuten Wolkenbildung führt, es fließt oberflächlich ab und zurück ins Meer,
oder aber, was nicht genutzt wird, versickert im Boden, wo es die Grundwasserspeicher auffüllt.
Doch seit einiger Zeit und in steigendem Maße, schneiden wir die Grundwasserspeicher vom Kreislauf ab.
<== v.r.n.l. : unsere Siedlungen zapfen das Grundwasser an, damit wir mit Wasser versorgt sind,
doch diese Flächen sind versiegelt und Abwasser und anfallender Regen, werden mit einem Zwischenstopp
in der Kläranlage „gereinigt“ und in Flüsse geleitet.
Anfallender Regen kann also nicht lokal versickern, die Landwirtschaft pumpt Wasser aus dem Grundwasser ab,
„gießen“ damit ihre Pflanzen, das wiederum von den Pflanzen aufgenommen und verdunstet wird,
oder aber oberflächlich abfließt, also nicht zur Grundwasserneubildung beiträgt,
Kraftwerke (Kohle- Kern-), benötigen das Wasser aus Flüssen, die sie erwärmen
und damit die gesamte Flora und Fauna verändern.
Die verarbeitenden Gewerbe,verbrauchen enorme Mengen an Wasser, das sie auch,
zu Schleuderpreisen, aus dem Grundwasser entnehmen, was dort also fehlt.
Ein häufig nicht bedachter Wasserverbraucher ist der Tagebau. Denn um die Braunkohle überhaupt abbauen zu können,
wird lokal das Grundwasser abgepumpt und in die Flüsse geleitet.
All dieses Wasser fehlt zur Grundwasserneubildung und wir trocknen das Land regelrecht aus !
Wir müssen bei allen Neubauprojekten und Modernisierungen die Versickerung vor Ort einplanen und sie dadurch ermöglichen.
Dachflächen müssen wieder ans Grundwasser angeschlossen werden, denn so ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir hier eine Wüste haben !
Es müsste allen einleuchten, dass wir so schnell wie möglich, an so vielen Stellen wie möglich gegensteuern (müssen).
Doch alles was wir tun sind halbe Maßnahmen, die von den zu erwartenden Katastrophen zunichte gemacht werden,
weil sie nur Symptome zu behandeln versuchen.
Es bringt also nichts, viele Eimer aufzustellen, um den Regen, der durchs fehlende Dach fällt aufzufangen (was wir gerade tun).
Das Problem lässt sich nur durch ein Dach lösen. Aber wir investieren lieber in eine neue Sitzgarnitur
oder einen neuen Fernseher. Das ist solange prima, solange es eben nicht regnet. Doch danach ist alles hin.
Klimawandel ist keine Illusion von “Klimaalarmisten“, sondern real. Dummerweise stellt sich jetzt die Industrie mit ihren enormen Geldern,
gegen jede Ma0nahme, die ihren Profit schmälern könnte. Wir bräuchten jetzt, dringender denn je,
ihre finanziellen Mittel, um handlungsfähig zu bleiben und uns nicht im Scharmützel um, von uns erarbeitete, Gelder zu verlieren.
Sie können sich ein ganzes Bataillon an Anwälten leisten, die jede noch so kleine Gesetzeslücke ausnutzen, um unserem Planeten den Rest zu geben.
Doch sie gehen mit uns unter oder sie beteiligen sich mit ihren Reichtümern am Überleben der Gesellschaft !

„Tax the rich !“ NOW !!!
Is Odil
Für deren Gewissen :
„Das Unterlassen
allen Übeltuns,
beständiges Sich- Mühen
um gutes Werk,
des eignen Herzens Reinigung –
das ist’s, was jeder Buddha lehrt.“
(Dhammapada 183)
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