Everybody

Grün ? Öko ? Emissionsfrei ?

Wie schön, dass wir uns als Industrienation ein reines Gewissen „kaufen“ können.
Wir beziehen Strom aus Windkraft/ Photovoltaik, fahren elektrisch und trennen unseren Müll.

Doch das ist eine Illusion, denn wir ändern nicht unser Konsumverhalten, sondern verlagern es nur.

All die „sauberen“ Sci-Fi-Gadgets, benötigen seltene Erden, Schwermetalle, Graphit und andere höchst problematische Stoffe.
Sie werden in Ländern ohne Arbeitsschutz, unter horrenden Bedingungen gewonnen/hergestellt, gelöste ungebrauchte Schwermetalle werden zu giftigen Seen aufgeschwemmt, der Sci-Fi-Nonsens wird nicht recyclet und sie sind nicht für eine Reparatur vorgesehen, also auch nicht so designed.

In jedem Smartphone, jedem Bildschirm, jedem Windrad, sind heute seltene Erden verbaut,
die diese Technologien erst ermöglichen.

Doch wir werden nicht dazu erzogen, auf Geräte aufzupassen oder sie zu reparieren, im Gegenteil.
Die Werbung „bedrönt“ uns immer wieder, wie glücklich man mit neuem Techno-Nonsens sei.
Da will man gar nicht reparieren, man kauft sich eben etwas Neues, angeblich Besseres.
Und schon klingelt wieder die Kasse !

Doch niemand macht sich Gedanken darüber, was mit den Altgeräten geschieht,
unter welchen Bedingungen die Rohstoffe gewonnen werden, o.ä. !

Je nach Gerät ist die Belastung unserer Lebensgrundlage mehr oder weniger gravierend. Fest steht, es ist billiger (immer noch) Rotorblätter in der Landschaft zu „entsorgen“ und Privatmenschen, gehen ausschließlich nach ihrem kurzfristigen Vorteil, belasten den Müll, bestenfalls den Elektroschrott und nach vielen Stationen, landet es dort, wo es nicht hingehört, weil es billiger ist.
Doch alleine das Schürfen nach den Rohstoffen und deren Herstellung, zerstört und vergiftet ganze Landstriche.
Klar, soll ja alles so billig wie möglich sein !

Es ist wie immer, der Verbraucher wird beruhigt um zu konsumieren und den Profit in die Höhe zu treiben und die Welt zahlt
mit Blut, Schweiß und Tränen den Preis, den wir nicht bereit sind zu zahlen.

Doch abgesehen von den unmittelbaren Auswirkungen, deren Preis viel zu hoch ist, bleibt ein Rest Unausgeglichenheit,
der kumuliert und auf uns zurückfällt. Die Natur mag eben keine Unausgeglichenheit.
Doch nicht nach dem Verursacherprinzip, so dass „Sünder“ für ihre „Sünden“ zahlen, sondern global zahlen alle den Rest.

Lokale „Sünden“ wirken sich global aus, so dass schlußendlich unsere Bequemlichkeit auf uns zurückfällt.

Unsere einzige Chance ist es, unser Verhalten auf Information aufzubauen
und Umweltverträglichkeit einen Wert zuzuschreiben, den wir auch honorieren.

Wir müssen ausschließlich Dinge kaufen, die wir auch benötigen und bereit sein, Qualität zu honorieren, auf unsere Sachen aufzupassen und sie gegebenenfalls zu reparieren,
bevor wir sie einem Recycling zuführen.
Kurz, wir müssen wieder die Führung über unser Leben übernehmen.

Ich selbst kann es mir nicht leisten, billig zu kaufen. Ich spare lieber auf ein Paar Schuhe, die ich x-mal besohlen lassen kann und die so 10 Jahre halten, als dass ich jedes Jahr ein neues, billges Paar Schuhe kaufe.
Denn mit „Kompromißschuhen“ mache ich mir auf Dauer, den Bewegungsapparat kaputt,
belaste mein Budget und „versorge“ die Mülldeponie.
Gut, die Kosten der Behandlung belasten unser Gesundheitssystem, doch die Beschwerden hat, wer am falschen Ende gespart hat.

So etwa ist es immer, irgendwer zahlt bitter dafür, dass wir immer das Billigste kaufen, statt dem Besten.
Doch die Umweltsünden in fernen Ländern, bedrohen nun unser Leben und wenn nicht jeder Einzelne an sich arbeitet, können wir unser Klima nicht aufhalten und Corona ist ein Kindergeburtstag dagegen.

Wir können es nicht mehr verhindern, doch mit gemeinsamer Anstrengung, einem Umdenken, einer Restrukturierung unserer Werte, können wir die Auswirkungen begrenzen !

Is Odil

Und zum Denken, ein Kalenderspruch:

„Wer ein Verbrechen begeht,
meint, es sehe ihn niemand,

aber es sehen ihn doch die Götter
und die in ihm wohnende Seele.“

(Mahâbhârata)

Illusionen

Industrielle Revolution oder Opium für das Volk?

Seit Jahrzehnten werden die Auswirkungen der industriellen Produktion ignoriert, kleingeredet und als Gefühlsduselei „romantischer Wilder“ abgetan. Es haben sich zwei Gesellschaften gebildet.
Die die von der Konsumlust der Masse profitieren und die der willigen Konsumenten.

Die Industrie mischt kräftig in der Politik mit, so dass man schon längst von einer Politikindustrie reden muss.
Was gut für die Industrie ist (Profit), wird uns als gut für uns verkauft.
Konsumenten werden abhängig von sogenannten „Innovationen“ gemacht, da eine Sucht den meisten Profit bringt.

Außerdem macht sie unkritisch und die Produkte der Unterhaltungsindustrie werden mit genau diesem Suchtfaktor entwickelt.
Die massenhafte Verbreitung digitaler Medien erschließt zwar neue Möglichkeiten,
doch ist man bald überzeugt, sie zu brauchen und entwickelt viele wichtige Fähigkeiten nicht, die dann verkümmern
(use it or lose it !).

Der Konsument wird einfach und ungebildet gehalten, damit er „berieselt“ werden kann und eine Illusion von Zufriedenheit entwickelt („Hauptsache Ihr habt Spaß“ usw.).
Spiegelneuronen die uns zur Empathie befähigen, dienen nur noch der narzisstischen Selbstbetrachtung (Selfiesucht).

Der wachsende Erfolg von Populisten im nahen und fernen Osten geht mit fehlender ethischer Bildung und Krisen einher.
Je ungebildeter ein Volk ist und je schlechter es ihm geht, desto größeren Erfolg haben populistische „Heilversprecher“.
Dass jemand lügt ist gleichgültig (= alternative Fakten), Hauptsache er vertritt die eigene Lebenslüge, mimt den Starken und Unbeugsamen.
Egoismus braucht eben keine Bildung, Altruismus eben schon (das wird man ja wohl noch sagen dürfen ! :-)).

Nun sind viele sogenannte „Hirngespinste von Panikmachern“ reale Bedrohung, so dass sich die Politikindustrie endlich von der Industrie emanzipieren und verantwortliche Politik machen sollte, die Wohlsein statt Wohlstand im Auge hat.

Is Odil

Diesmal wieder ein Spruch von heute:

„Soziale Hilfstätigkeit führt zu der unmittelbar spürbaren Erfahrung:
„Ich werde gebraucht !“, „ich bin hilfreich und wichtig für andere !“, „ich vermindere Leid !“

Diese Erfahrungen fördern die Selbstachtung und
die Überzeugung der eigenen Wirksamkeit.“

(R. Tausch)

Kuhl

Jede(r) kann durch eine kleine Umstellung, viel bewirken.
Gleichzeitig können alle Vorteile des „Verzichts“ daraus gezogen werden
(siehe Blog „unverzichtbarer Verzicht“ ! Unverzichtbarer Verzicht).

Ich wurde im Geiste des „Wirtschaftswunders“ aufgezogen und lernte den vorherrschenden Geschmack.
Für mich war es für normal, jeden Tag Fleisch zu essen. Was ab und zu durch Fisch und Meeresfrüchte ersetzt wurde.

In mir entwickelte sich ein Geist, der Gefallen am Geschmack von Fisch und Fleisch und der Jagd auf Fische hatte.
Ich machte sogar einen Angelschein und sah nicht das Leid, das ich anderen Lebewesen zufügte, sondern nur das „Geschmackserlebis“.
Irgendeine Regung in mir fragte immer wieder: „Möchtest Du das ?“

Doch selbst nachdem ich in der Grundsicherungsfalle gefangen war und wenig Geld hatte, glaubte ich ich müsse irgendwie Fleisch konsumieren.
Erst als ich anfing zu überlegen, mich genauer mit Philosophien zu beschäftigen, mir die Dimension eines Verzichtes klarmachte,
fasste ich den Entschluss, auf tierische Nahrung zu verzichten.

Seit Februar 2013, esse ich keine Tiere mehr.
Keinen Fisch, keine Meeresfrüchte, kein Fleisch.

Nicht, weil ich Vegetarier bin. Was manche verwundern wird.
Denn fisch- und fleisch-los leben, wird oft mit Vegetarismus gleichgesetzt.
Ich wollte nur Todesangst vermeiden und kein Tier soll sie wegen mir erleiden müssen.

Doch ich verfolge keine „Vegetarierphilosophie“ und meine Freunde haben es nur bemerkt,
weil ich mich beim Fleischfondue von Beilagen ernährte.
Ich klagte niemanden an, setzte niemanden unter Druck, gefälligst meine Philosophie zu berücksichtigen oder Ähnliches.
Die menschliche Harmonie war mir wichtiger und da ich ja verzichten konnte, war ich nie dazu gedrängt, mich satt essen zu MÜSSEN.
Ich war frei !

Erst nach und nach drang in mein Bewusstsein, dass durch die Art unserer Ernährung unendlich viel Leid in die Welt kommt.
Die Todesangst unserer „Opfer“, das Siechtum vieler Menschen, die Zivilisationskrankheiten erleiden müssen
und nicht zuletzt der Einfluss unserer Ernährung auf die Luftqualität.

Sie führt zur Produktion Unmengen tierischer Produkte, deren Herstellung enorme Mengen CO2 freisetzt
(Zucht, Futterproduktion, Gülleausbringung, …) und auf Dauer unsere Luft und unser Grundwasser vergiftet.

Wer also auf das obligatorische Stück Fleisch verzichtet, spart viel und wer es regelmäßig tut,
erspart sich zusätzlich einen Großteil der Zivilisationskrankheiten.

Ich muss, da ich auf ausgewogene Ernährung achte, keinerlei Vitamine, Mineralstoffe, etc. zuführen.
Das ist die „große“ Angst davor, doch in Indien ernähren sich ganze Bevölkerungsgruppen pflanzlich und benötigen keinen „Ersatz“.

Mein Arzt schüttelte bei der Beurteilung meines Blutbildes ungläubig den Kopf und meinte:
„Das ist statistisch unmöglich. ALLE ihre Werte liegen im Normbereich,
statistisch müsste jedoch mindestens einer über/ unter die Stränge schlagen.“

Doch zur Ernährung kommt gleichzeitig viel Bewegung und eine allgemeine Umstellung meines Lebens.
Ernährung ist nur EIN wichtiger Teil einer Gesundheitsvorsorge !

Durch die Situation war ich gezwungen, mich damit auseinanderzusetzen, was mein Körper benötigt und darüber hinaus dazu,
wenig sogenannte Luxusgüter zu konsumieren.
Nach und nach merkte ich, wie wenig von Nöten ist, um gesund zu leben und konnte den Rest des gesparten Geldes in echte Wünsche stecken.

Laut Seneca gibt es zwei Arten von Reichtum.

Viel haben und
wenig nötig haben !

So hat also tatsächlich eine Ernährungsumstellung segensreiche Auswirkungen auf uns selbst (Gesundheit, Karma) und auf die Umwelt,
Man kann sich Bioprodukte leisten, denn die Auswirkungen der Herstellung unserer Nahrung wird immer wichtiger.

So ist Corona einzig eine Auswirkung unseres Konsumverhaltens.
Das nächste Virus das gefährlich werden könnte, hat bereits den Tier/ Mensch- Übergang geschafft.

Diese Viren nehmen die gleichen Routen wie wir oder unsere Handelsgüter und da globaler Handel besteht, verbreiten sie sich auch global.
So hat der Mensch erst die Voraussetzungen zur Mutation und anschließenden Verbreitung geschaffen.
Ein umgekehrter Mephistopheles sozusagen:
„Ich bin die Kraft,
die stets das Angenehme will
und stets das Unheil schafft !“

Wenn wir so weitermachen, kommen wir nicht zur Ruhe, denn schon in der Physik lernt man:
„Jede Aktion, löst eine Reaktion aus !“

So wirkt sich also selbst der geringste Beitrag in ständiger Wiederholung aus, wie ein Rieseneffekt.
Genannt, der „Schmetterlingseffekt“. Abertausend minimale Flügelschläge entfachen einen Sturm !

Is Odil

Heute in meinem Kalender:

Wer einst gewirktes übles Werk
durch bess’res Wirken überhäuft,
dem lichtet sich die Finsternis,
wie wenn der Mond durch Wolken bricht.

(Dh 173)

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